300 Jahre Fähre "Kleinzschachwitz - Pillnitz


Am 15. August 2021 begingen die Dresdner Verkehrsbetriebe das Jubliäum 300 Jahre Fähre "Kleinzschachwitz - Pillnitz". Genau genommen wurde die Feierlichkeit um einen Tag vor das eigentlich historische Datum verlegt.

Denn die tatsächliche Geburtsstunde der Fähre war am 16. August 1721.


Zur Geschichte:


Ursprünglich wurde die Fähre zum Transport von Material für den Bau des Schlosses eingerichtet. Als 1765 der Hof Pillnitz zu seinem Sommersitz wählte, kam es zur Aufstellung einer fliegenden Fähre (es war ein Katamaran, also eine Wagenfähre), die von einem Kommando Pontoniere im Sommer, wenn der Hof in pillnitz weilte, bedient wurde. Für das Kommando wurde 1860 eine Kaserne auf der linken Elbseite gebaut, welche auch gleichzeitig das Forstamt beherbergte.

Die Fähre sollte nur zum Hofe gehörige Personen übersetzen.

Nach dem bau der Chausee Dresden - Pillnitz zog man in erwägung, die Fähre ganzjährig zu betreiben. Dagegen legte der Laubegaster Fährmann erfolgreich Einspruch ein.

1842 einigte man sich, die Laubegaster Fähre nach pillnitz zu verlegen, wenn der Hof im Winter in der Residenz weilte.

Ab 1850 sollte die Pillnitzer Fähre ununterbrochen das Jahr über in Betrieb sein, denn bisher wurden nur Hofbedienstete übergesetzt. Der Laubegaster Fährmann erhielt eine jährliche Entschädigung von 80 Tlr., welche 1893 auf 600M festgelegt wurde.

1911 wurde der Fährbetrieb von der Sächsisch-Böhmischen Dampfschifffahrtsgesellschaft übernommen. Der bisherige Fährmann Streidt wurde entschädigungslos entlassen. Von der SBDG erhielt der Fährmann den betrag von 14200 M für Betribsmittel erstattet.

Aus der Sächsisch-Böhmischen Dampfschifffahrtsgesellschaft wurde 1945 die Abteilung Personenschifffahrt der VBB Land Sachsen Schhifffahrts- und Umschlagebetriebe. Dieser Betrieb besaß seit dem 01. August 1911 die Fährgerechtigkeit für diese Fähre, die am 02. Februar 1949 erneuert wurde.

Ab dem 01. März 1950 erhielt das damalige Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt Dresden, Abteilung Verkehrsbetriebe, die Verleihung des Rechts zum gewerbsmäßigen Betrieb der Fähre Kleinzschachwitz - Pillnitz. Dafür mussten außer der Wasserstraßenabgabe auch 5% der jährlichen Bruttoeinnahmen an das Land Sachsen gezahlt werden.

Von Pillnitz aus wird der Fährbetrieb aller Fähren der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB AG) organisiert. Hier liegen die nicht eingesetzten Fahrzeuge und hier befindet sich auch ein kleiner Reparaturstützpunkt.


Quelle: Buch "Fähren der Oberelbe in Sachsen und Böhmen" von Klaus Stein


Folgende Fährschiffe kamen zu Einsatz:


- Fährboot "Erna", Baujahr 1927, gebaut in der Schiffswerft Dresden-Übigau; Einsatz: Direktes Übersetzen als Personenfähre zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz

- Fährboot "Elbflorenz", Baujahr 2000, gebaut in der Schiffswerft Dresden-Laubegast; Einsatz: Fotofahrten von Kleinzschachwitz vorbei am Schloss Pillnitz zum Anleger der "Weißen Flotte"

- Wagenfähre "Schloßfähre", Baujahr 1994, gebaut in der Schiffswerft Dresden-Laubegast, Einsatz: Direktes Übersetzen für Pkw und Personen zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz


Fotos und am Seitenende Videos vom Jubiläumstag:















Als Gast (Fähre) muss man schon mal warten bis die großen Schiffe wieder vom Anleger weg sind.





Mächtig viel Verkehr auf der Elbe, ob von den Fähren, Dampfschiffen, Motorbooten oder Padlern.



Selten stehen sich Fährboote gegenüber.





Auch für das "leibliche Wohl" war gesorgt!





Kurzvideo "Eine Fähre dreht durch"!


Langfassung