Nahverkehrs - News 2015

News Archiv (2010 - 2014)

15.07.2015; 17:05 [43]

Lars Seiffert wird Nachfolger von H.-J. Credé

Wenn das mal keine Bilderbuchkarriere ist: Der 46-jährige Lars Seiffert wurde am Montagabend von den Aufsichtsräten der Technischen Werke Dresden (TWD) und der Verkehrsbetriebe Dresden (DVB) zum Vorstandsmitglied der DVB und Geschäftsführer der TWD bestellt. Seiffert ist seit 1991 Mitarbeiter der TWD und hat tatsächlich als Straßenbahnfahrer begonnen.
Der neue Vorstand soll sein Amt am 17. September antreten und Hans-Jürgen Credé ersetzen. Der 62-jährige langjährige TWD-Geschäftsführer und DVB-Vorstand geht in den Ruhestand. Vorgänger und Nachfolger kennen sich bestens, Seiffert arbeitete zuletzt als Assistent von Credé im Vorstandsbüro. Der Bewerber hat sich Schritt für Schritt nach vorne entwickelt, war unter anderem stellvertretender Betriebsleiter, aber auch Geschäftsführer von Servicegesellschaften der DVB. Seinen Studienabschluss legte er berufsbegleitend im Fernstudium ab.
Seiffert wurde bei drei Stimmenthaltungen gewählt. Die Grünen hatten im Vorfeld gefordert, dass die DVB wegen der Herausforderungen im ÖPNV mit drei Vorständen besetzt werden, konnten sich aber nicht durchsetzen. Neben ihren beiden Vertretern soll sich auch der neue Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bei der Abstimmung enthalten haben.
Der neue DVB-Vorstand setzte sich gegen mehrere Bewerber von großen deutschen Verkehrsunternehmen durch. Darunter war auch die Bewerbung eines früheren DVB-Managers, der jetzt in Schwaben ein Verkehrsunternehmen führt. Die Stelle musste im Frühjahr neu ausgeschrieben werden, nachdem im ersten Anlauf ein Gewerkschaftssekretär aus Berlin gewählt werden sollte, der aber die Personalausschüssen der städtischen Gesellschaften nicht von seiner fachlichen Kompetenz überzeugen konnte (DNN berichteten).
"Die Aufsichtsräte setzen auf Kontinuität und Stärkung der bisherigen erfolgreichen Unternehmensentwicklung", kommentierte DVB-Sprecherin Anja Erhardt die Wahl. Seiffert wird gemeinsam mit Andreas Hemmersbach an der Spitze der DVB stehen. Auch Hemmersbach ist langjähriger DVB-Mitarbeiter und -Manager.

Quelle: DNN-Online vom 08. Juli 2015

 

29.06.2015; 16:20 [42]

Weniger schwitzen in den Bus

Die Sommerhitze setzt vielen Fahrgästen im Linienbus zu. Die DVB entwickeln deshalb ein neues Öko- Klimasystem.

Der Himmel wolkenlos, die Temperaturen über 30 Grad: Für Sonnenanbeter klingt das paradiesisch. Für Fahrgäste in Linienbussen ist es das Gegenteil. Hitze, Schweiß und miese Luft machen die Fahrt ungemütlich. Vor allem in alten Bussen, die wenige Klappfenster haben. Entsprechend viele Beschwerden bekommen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Aber das Unternehmen arbeitet an dem Problem. So entwickeln die DVB zusammen mit einem Hersteller von Kälteanlagen für Tiefkühltransporte ein neues System.

Denn Klimaanlagen, wie in Autos verbaut, sind keine Lösung, sagt Robert Roch, Chef des DVB- Busfuhrparks. Sie sind mit dem Motor verbunden und an die Drehzahl gekoppelt. Bei Bussen ist die niedrig. „Die Klimaanlage läuft an heißen Tagen unter Volllast“, sagt Roch. Stoppt der Bus an einer Haltestelle, fällt die kalte Luft durch die Türen auf die Straße, sagt der 45- Jährige. „Bei einem Gelenkbus findet bei jedem Halt ein kompletter Luftaustausch statt. Dann muss wieder gekühlt werden.“ Bis zum nächsten Stopp. Zudem reduziere die Klimaanlage die Raumtemperatur so stark, dass die Luft mit dem Kühlwasser des Motors wieder angewärmt werden muss.

Eine gigantische Verschwendung, findet Roch. Dennoch gibt es andernorts vollklimatisierte Busse, in denen viele zum Pullover greifen, weil es zu kalt ist. Ein komplett heruntergekühlter Bus dürfte auch hier nicht jedem gefallen, weil Temperaturen individuell verschieden wahrgenommen werden. Fahrkomfort für die Passagiere sei sehr wichtig, aber auch die wirtschaftliche Seite müsse betrachtet werden, so Roch.

Technik kommt aus Tiefkühllastern

Messungen in anderen Verkehrsunternehmen haben ihm zufolge gezeigt, dass bei 30 Grad Außentemperatur der Energiebedarf für die Kühlung die Hälfte vom Verbrauch für das Fahren beträgt. „Wir haben zeitweise Stuttgarter Gelenkbusse im Ersatzverkehr eingesetzt und einen deutlich höheren Dieselverbrauch festgestellt.“

Sechs Liter mehr pro 100 Kilometer, wenn die Klimaanlage nur zeitweise eingeschaltet war, zehn dagegen, wenn sie durchgängig lief. Dazu kommen Wartungskosten. Auf die Flotte mit 150 Bussen gerechnet, müssten die DVB rund zwei Millionen Euro zusätzlich pro Jahr bezahlen. „Für 20 richtig heiße Tage im Jahr“, sagt Roch. Das würden die Fahrgäste im Portemonnaie spüren, wenn Tickets deshalb zu teuer werden. Die Zukunft des Busklimas hat auf dem DVB- Betriebshof Gruna begonnen.

Tagsüber im Liniendienst unterwegs, parkt dort jede Nacht ein unscheinbarer Solaris- Bus mit einem Umbau, den es so noch nie gegeben hat. Das Vorbild sind Tiefkühllaster der Lebensmittelbranche. Mit der Berliner Firma Thermoking haben die DVB eine Klimaanlage entwickelt, die europaweit Standards setzen könnte. Eine Richtlinie dazu hat Roch mit erarbeitet. Im September soll sie veröffentlicht werden.

Die Anlage unterscheidet sich von gewöhnlichen darin, dass sie nicht mehr am Dieselmotor hängt, sondern elektrisch läuft. Damit kann die Klimaanlage hermetisch abgeriegelt auf dem Dach betrieben werden, erklärt Roch. Meterlange Schläuche mit Kühlflüssigkeit werden nicht mehr gebraucht. Was nach einer Finesse für Techniker klingt, hat große Öko- Vorteile.

In Standardanlagen geht viel Kühlmittel vom Typ R134a verloren, das in fast jedem PKW steckt. Es steigt in die Atmosphäre auf und zerstört die Ozonschicht. Vom neuen System sieht der Fahrgast nur das große Edelstahlgitter an der Decke. Dort wird die Innenraumluft angesaugt, durch die Klimaanlage auf dem Dach und durch sogenannte Luftschienen am Fenster oder im Gang wieder zurückgeleitet. Rechnerisch benötige das neue System an heißen Tagen einen Liter mehr Diesel auf 100 Kilometer. In bisherigen Tests sei Roch zufolge jedoch noch kein Mehrverbrauch feststellbar.

Die Sparsamkeit hat einen Grund. Die Anlage arbeitet mit Luftwalzen wie sie im Eingangsbereich von Kaufhäusern vorkommen. Außerdem wird der Fahrgastraum nicht mehr auf eine festgelegte Temperatur heruntergekühlt, sondern drei Grad niedriger, als die Außentemperatur. Hitze und Kälteschocks beim Ein- und Aussteigen sind damit ausgeschlossen.

Neues System braucht wenig Energie

Bushersteller hätten sich bisher gescheut, verbrauchsintensive Klimaanlagen durch Neuentwicklungen zu ersetzen. Möglicherweise deshalb, weil sich die Investition bei bis zu 5.000 jährlich in Europa produzierten Bussen nicht lohnt.Tiefkühlladeräume und Sattelauflieger würden zu mehreren Zehntausend pro Jahr gebaut, sagt Fuhrparkchef Roch. Allerdings müsse dafür die Elektrik von heutigen 24- Volt- Systemen auf 48 Volt umgestellt werden. Bis das neue DVB- Klima- System in allen Bussen eingesetzt werden kann, heißt es weiter: Luken auf. Bei Bussen, mit vielen Klappfenstern, klappe die Luftdurchspülung gut, wie Roch die Belüftung nennt.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 26. Juni 2015

 

25.06.2015; 17:41 [41]

Steil am Seil den Elbhang herauf

Seit 120 Jahren fährt die Standseilbahn von Loschwitz zum Weißen Hirsch. Das ist auch einem Schädling zu verdanken.

Ein kurzer Ruck und der Waggon der Standseilbahn setzt sich rumpelnd in Bewegung. Der Nieselregen spritzt kleine Wasserperlen an die große Frontscheibe. Nach nur wenigen Metern taucht die Bahn in das Dunkel des Tunnels nahe der Bergstation ein. Für Bergbahn- Vizechef Roland Hetzer ist die Talfahrt eine reine Inspektionstour. Denn die Standseilbahn operiert führerlos – das heißt ohne Fahrer.

Seit genau 120 Jahren verbindet sie den Stadtteil Loschwitz mit dem Villenviertel Weißer Hirsch. Das am Elbhang neue Quartiere entstehen konnten, ist der aus Amerika eingeschleppten Reblaus geschuldet. Der aggressive Schädling hatte 1885 den jahrhundertelangen Weinbau an den Elbhängen mit einem Schlag beendet. Geschäftstüchtige Grundstücksspekulanten witterten ihre Chance. Unter anderem wurden nun Villen gebaut sowie das bekannte Lahmann- Sanatorium. Loschwitz und der Weiße Hirsch lagen damals noch vor den Toren der Landeshauptstadt, galten als Edelwohnorte des Bürgertums.

Nur die öffentliche Verkehrsanbindung fehlte noch. Aber erst das Aus einer von der sächsischen Staatsregierung geplanten Eisenbahn zum damaligen Kurort Weißer Hirsch machte den Weg für die Standseilbahn frei. Elf Monate dauerten die Bauarbeiten, die vor allem dadurch erschwert wurden, dass kaum einer der Anlieger etwas von seinem Grundstück abgeben wollte. Als Kompromiss wurden zwei Tunnel und eine lang gestreckte Brücke entlang des Loschwitzgrunds errichtet.

Die Technik der Bahn war zu ihrer Zeit hochmodern. Zwei Wagen sind durch das Zugseil so miteinander verbunden, dass ein einziger Antrieb ausreicht, sie am Elbhang hoch- und runterfahren zu lassen. Ein Elektromotor treibt sie an. Anfangs übernahm eine Dampfmaschine diese Aufgabe.

Für den 48- jährigen Bergbahn- Vize ist die Arbeit an dem technischen Denkmal so etwas wie ein Traumjob. Ende der 1980er hatte er bei den Dresdner Verkehrsbetrieben Kfz- Schlosser gelernt. Statt danach in der Omnibuswerkstatt anzufangen, ging Hetzer 1990 zu den Bergbahnen, wie Schwebebahn und Standseilbahn zusammen genannt werden. Gemeinsam mit Letzterer feiert er nun sein ganz eigenes rundes Dienstjubiläum. „An diesem Job ist nichts gewöhnlich“, sagt Hetzer. Auch deshalb, weil an der historischen Technik noch richtig Hand angelegt werden muss.

Erst Anfang letzten Jahres war das Schätzchen der DVB generalüberholt worden. Für gut 350.000 Euro wurden Waggons restauriert und ein Teil der alten Brücke im Loschwitzgrund erneuert. „In den nächsten fünf Jahren werden wir noch den Holzbelag und einige Gleisschwellen austauschen müssen“, sagt Hetzer. Schon in den Jahren 1993/94 war die historische Bahn einmal komplett rekonstruiert und unter anderem mit neuen Wagen aus der Bautzner Waggonfabrik bestückt worden.

In den Anfangsjahren waren auf der Strecke auch Güterwagen im Einsatz, auf deren Ladefläche ganze mit Kohle oder Baustoffen beladene Pferdefuhrwerke passten. Denn im Viertel wurde ja immer weiter gebaut. Dass die beinahe einzigartige Bahn den Zweiten Weltkrieg überstanden hat, ist einem glücklichen Umstand zu verdanken. Das Betriebspersonal hatte vor allem in der Nacht des 13. Februar sehr darauf geachtet, die Waggons bei jedem Bombenarlarm in die beiden Tunnel zu fahren. Die Talstation wurde zwar zerstört, der Rest der Anlage erlitt dagegen kaum einen Schaden. Nach wenigen Tagen konnte die Standseilbahn deshalb schon wieder fahren und war damit eines der wenigen funktionierenden Verkehrsmittel in der zerstörten Stadt.

Gut 650.000 Fahrgäste pro Jahr nutzen die historischen Bergbahnen bis heute. Allein mit der Standseilbahn sind es bis Ende Juni rund 180.000 Menschen, sagt Vize- Chef Hetzer. Vielleicht werden es im Jubiläumsjahr noch ein paar mehr, denn die DVB planen mehrere Veranstaltungen zum Geburtstag der alten Dame auf dem Elbhang.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 20./21. Juni 2015

 

15.06.2015; 22:42 [40]

DVB will Strehlener Bahnhofgebäude nutzen

Seit Jahren verfällt das Gebäude in der Oskarstraße. Nun wollen die Verkehrsbetriebe den alten Backsteinbau wiederbeleben.

Einen direkten Zugang vom alten Bahnhofsgebäude zu den Gleisen wird es am Haltepunkt Strehlen wohl nicht mehr geben. Trotzdem soll in den Backsteinbau in der Oskarstraße 14 wieder Leben einziehen. Nachdem das Kulturdenkmal jahrelang leer stand und verfiel, gibt es nun Pläne für eine künftige Nutzung.So wollen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) in den oberen Etagen Pausenräume für Bus- und Straßenbahnfahrer einrichten. Für sie hat die DVB zurzeit eine Wohnung in der Kreischaer Straße am Wasaplatz angemietet. „Außerdem soll unser Disponent, der die Einsatzpläne erstellt, im Bahnhofsgebäude ein Büro beziehen“, erklärt DVB-Sprecherin Anja Ehrhardt. Dadurch sind kurzfristige Absprachen zwischen Fahrern und Disponent möglich.

Mittlerweile hat sich das Unternehmen mit dem Eigentümer des Backsteinbaus geeinigt, welche Räume dafür geeignet und welche Umbauten erforderlich wären. Nun muss noch der DVB-Aufsichstrat in seiner Sitzung Anfang Juli über das Nutzungskonzept entscheiden. Neben Pausenräumen und Büros im Altbau ist im Hinterhof ein Neubau geplant. Dort ist Platz für ein sogenanntes Gleichrichterunterwerk, das die neue Straßenbahnlinie mit Strom versorgen soll. Noch in diesem Jahr könnten die ersten Bauarbeiten für die neue Trasse, die Strehlen künftig mit Löbtau verbinden soll, beginnen. Mit dem Stadtbahnprojekt wollen die Verkehrsbetriebe die vor allem von Studenten genutzte Buslinie 61 entlasten.

Wann erste Sanierungsarbeiten an dem historischen Backsteinbau starten, kann Anja Ehrhardt derzeit noch nicht konkret sagen. Offen ist auch, was der Um- und Ausbau kostet. Nach vielen Jahrzehnten Leerstand ist das Haus mit Wartehalle und Gastwirtschaft heute verfallen, die Fenster sind zum Teil mit Holzplatten verrammelt, die Klinkerwände verschwinden hinter großflächigen Graffiti-Schriftzügen.

Nur wenig erinnert an den prachtvollen Bau, der 1903 fertiggestellt und eröffnet worden war. Allerdings nicht als Bahnhof. „Eine Bahnanlage wird erst so bezeichnet, wenn mindestens eine Weiche vorhanden ist“, erklärt Hobbyhistoriker Karl Schreiber. Weil das in Strehlen nicht der Fall ist, wird er nur schlicht Haltepunkt genannt. Schreiber kennt sich aus, denn der studierte Bauingenieur arbeitete jahrzehntelang bei der Reichsbahn. 1988 erforschte er für die Ausstellung „700 Jahre Strehlen“ die Geschichte des Stadtteils. Und recherchierte dabei in Archiven auch über den Haltepunkt Strehlen.

Dabei fand er heraus, dass die Bahnstrecke zwischen dem Böhmischen Bahnhof, dem heutigen Hauptbahnhof, und Pirna am 1. August 1848 eröffnet wurde. 50 Jahre später wurden die Gleise auf einem Damm höher gelegt. Kurz darauf begannen die Bauarbeiten am Strehlener Haltepunkt. Hier sollten keine Güterzüge halten. Vielmehr ging es darum, in Dresden eine zusätzliche Station für Reisende zu schaffen. Damit die Güterzüge den Haltepunkt parallel zu den Personenzügen passieren konnten, wurde die Strecke anschließend viergleisig ausgebaut.

Viel Geld investierte die Königlich-Sächsische Staatseisenbahn auch in die Gestaltung des Bahnhofsgebäudes. Karl Schreiber stieß auf eine Bausumme von 56 656 Mark. Neorenaissance-Formen, grün-weiße Fliesen aus einer Niedersedlitzer Mosaikplattenfabrik, Kiosk und Restaurant – die Reisegäste sollten sich in Strehlen wohlfühlen. Dabei wurden für den Haltepunkt zuvor auch Standorte an der Franz-Liszt-Straße und am Basteiplatz in Erwägung gezogen. Allerdings sind die Grundstücke dort wohl zu teuer gewesen.

Nun können sich vielleicht auch bald die Fahrgäste von DVB und Deutscher Bahn im einstigen Empfangsgebäude wohlfühlen. Die Wartehalle im Erdgeschoss bietet schließlich reichlich Platz für Läden und öffentliche Toiletten. 

Quelle: SZ-Online vom 15. Juni 2015

 

14.06.2015; 12:17 [39]

Dresden startet mit der erste E- Buslinie Sachsens

Nur noch flüsterleise rollt die Linie 79 zwischen dem Micktener Dreyßigplatz und der Endstation in Übigau. Ein einzigartiges Projekt im Freistaat.

Auf der Buslinie 79 der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wird künftig komplett auf fossile Energie verzichtet. Statt mit Diesel rollt der Bus flüsterleise mit Strom zwischen den Endhaltestellen Dreyßigplatz in Mickten und der Mengstraße in Übigau. Damit startet laut Sächsischer Energieagentur die erste rein elektrische Buslinie des Freistaats in Dresden. Der Betrieb als E- Buslinie ist möglich, weil die Fahrzeuge von Endpunkt zu Endpunkt nur vier Stationen anfahren müssen. Damit wird nur ein Wagen benötigt, um den 300 Kilometer Linienbetrieb pro Tag zu gewährleisten.

Nur vier Minuten reichen aus, um den Akku am Endpunkt Mickten wieder aufzufüllen. Dafür ist eine besonders umweltfreundliche Ladestation am Dreyßigplatz installiert worden, die mit dem Bremsstrom der ankommenden Straßenbahnen die Busbatterien aufladen kann. Rund 900.000 haben die DVB in das Projekt investiert. Rund die Hälfte davon fördert der Bund mit dem „Schaufenster Elektromobilität“. Dazu kommt noch Geld der TU Dresden für die fünf umzugskistengroßen Batterien aus Lithium- Eisenphosphat und die Kosten für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Ein herkömmlicher Dieselbus würde dem gegenüber nur rund 200.000 Euro kosten. Dafür ist der teure Elektrobus beim Energieverbrauch deutlich effizienter als seine fossil angetriebenen Artgenossen. Pro Kilometer benötigt er nur rund ein Drittel bis die Hälfte der Energie wie ein normaler Bus mit Verbrennungsmotor. Die Motoren sind viel kleiner als beim Dieselbus, weil sie direkt in die Radnaben der Hinterachse integriert sind. Das bringt Vorteile beim Gewicht. Offiziell eröffnet wird die elektifizierte, rund fünf Kilometer lange Quartierbuslinie am 17. Juni, teilt eine DVB- Sprecherin mit. Bis dahin stehen noch Testfahrten im Stadtgebiet an.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 11. Juni 2015

 

01.06.2015; 12:49 [38]

Zum einkaufen bei Ikea mit der U-Bahn?!

Der Möbelhändler rückt näher an die Innenstädte heran und lockt mit veganen Gemüsebällchen.

Der Möbelriese Ikea will auf seinem wichtigsten Markt Deutschland näher an die Kunden heranrücken und so wachsen. Mit Häusern näher an der Innenstadt, drahtlosen Handy- Ladestationen in Möbeln und Gemüsebällchen buhlen die Schweden auch um die Kaufkraft junge Städter.

Wenn wir früher Ikea- Häuser gebaut haben, dann haben wir nach einem Autobahnkreuz gesucht und den Laden dort hingesetzt, weil die ganze Gesellschaft auf Autos ausgerichtet war“, sagt Konzernchef Peter Agnefjäll. „Heute sind wir natürlich an einer guten Erreichbarkeit für Autos interessiert. Aber es ist in Zukunft noch wichtiger, dass es eine gute Erreichbarkeit mit den Öffentlichen gibt.“

Manchmal bedeute das, dass die Geschäfte näher an den Innenstädten lägen.

Manchmal gibt es auch um die Städte herum eine gut ausgebaute Verkehrssituation, auch danach suchen wir.“ Für diese Art von Geschäften sei das Möbelhaus in Hamburg- Altona, das nur wenige Minuten Fußweg entfernt vom Bahnhof liege, ein Test, über dessen Erfolg Agnefjäll allerdings noch nichts verraten wollte.

Auch im Restaurant passt sich Ikea an eine urbane Käuferschaft an: Dort werden seit April vegane Gemüsebällchen serviert. „Das ist eine größere Sache, als es klingen mag, weil wir dem Fleischbällchen und dem Hotdog so verbunden sind“, sagte Agnefjäll. Fleischesser müssen sich aber noch keine Sorgen machen, dass dem Köttbullar das Aus droht. „Heute geht es darum, Optionen zu schaffen. Wir haben den Köttbullar noch, aber wir bieten auch die Veggie- Bällchen an“,sagte Agnefjäll.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 26. Mai 2015

 

28.05.2015; 18:08 [37]

Straßenbahnen für Plauen

Der Ortsbeirat soll dem Plan der Verkehrsbetriebe für den Netzausbau zustimmen. Ein Punkt dürfte ihm kaum gefallen.

Am Dienstag werden die Pläne für die künftige Entwicklung des Bus- und Straßenbahnnetzes in Dresden im Ortsbeirat Plauen vorgestellt. Das Gremium soll diese wie die anderen Ortsbei- und Ortschaftsräte absegnen, bevor der Stadtrat endgültig zustimmt. Hintergrund ist ein Vertrag, in dem die Stadt den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) die Aufgabe für den öffentlichen Nahverkehr Dresdens übergibt. Dieser endet 2017 und soll fortgeführt werden. Die öffentliche Diskussion findet am Dienstag, 17.30 Uhr, im Rathaus Plauen statt.

Dann wird sicher auch über die Pläne für neue Straßenbahn- und Buslinien gesprochen. Zum Beispiel die Trasse zwischen Kesselsdorfer Straße und Strehlen. Sie soll die Buslinie 61 ersetzen. Demnach ist eine zusätzliche durchgehende Straßenbahnverbindung zwischen Löbtau und Strehlen vorgesehen. Für die zweite neue Linie macht der Plan den Plauenern kaum Hoffnung. Die Linie 5 zwischen Plauen und der Johannstadt sei mittelfristig bis 2025 nicht umsetzbar. Auch sie würde eine vorhandene Buslinie, die 62, ersetzen.

Das Projekt beschäftigt die Plauener schon sehr lange. Sie setzen sich für den Bau ein, auch weil die Linie 62 sehr ausgelastet ist. Allerdings gibt es für den Bau weder konkrete Pläne noch die Zusage von Stadt, Land und Bund über die Finanzierung. Außer Visualisierungen, wie und wo die Bahnen fahren würden, liegt noch nix. Ein großer Streitpunkt dabei ist, wo die neue Linie enden soll. Sowohl eine Gleisschleife gegenüber der Bienertmühle als auch eine Lösung am Löbtauer Weißeritzufer wären denkbar. Ganz davon ablassen wollen Stadt und DVB trotzdem nicht. Sie haben das Vorhaben in der neuen Vereinbarung hinterlegt.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 23./24. Mai 2015

 

16.05.2015; 01:39 [36]

Plaste-Chipkarte ersetzt Papierfahrschein

Über 50.000 Dresdner haben das neue Ticket schon bekommen. Der Chip soll bald noch mehr können.

Der allmonatliche Fahrschein- Wechsel im Portemonnaie ist vorbei: Über 53.000 Abo- Kunden der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und der Bahn fahren, seit dem 01. Mai mit einer Chipkarte in Bussen, Trams und Zügen. Damit endet die Ära der Papiertickets zumindest für Inhaber von Monats- und Jahreskarten.

Auf den Tickets sind die gleichen Daten gespeichert, die man bisher auf den Papierfahrscheinen lesen konnte“, sagt DVB-Verkehrsmanager Jan Bleis. Bei den Jobtickets und den ermäßigten Fahrkarten, die bis Jahresende verschickt werden sollen und nicht übertragbar sind, wird der Name verschlüsselt im Chip gespeichert. Vor allem die Kontrolleure dürften in Zukunft deutlich schneller vorankommen: Ist eine Karte gültig, leuchtet auf den neuen Lesegeräten ein grünes Licht auf. „Bei den Massenkontrollen in unseren Fahrzeugen ist das deutlich zuverlässiger“, so Bleis. In den Regionalbussen des Verkehrsverbundes, wo Fahrgäste das Ticket bisher dem Fahrer zeigen mussten, sind Kontrollgeräte am Eingang installiert worden. Die Karten gibt es in drei Motiven und sollen erst nach fünf Jahren ausgetauscht werden, außer ein Kunde kündigt vorher sein Abo.

Bisher lassen die Verkehrsbetriebe alle vier Monate neue Fahrscheine drucken, die per Post verschickt werden. Wer die Chipkarte verlieren sollte, muss für eine Neue zehn Euro zahlen. Bisher waren Kunden gezwungen, eine neue Monatskarte zu kaufen, wenn sie weiterhin mit Bus und Bahn fahren wollten. Rund eine Million Euro haben die DVB in die Entwicklung, die Kartenherstellung und die Anschaffung der 300 neuen Lesegeräte gesteckt. Zehn defekt gelieferte Karten sind bis jetzt aus dem Verkehr gezogen worden. VVO- Geschäftsführer Burkhard Ehlen betont, dass die Kosten nicht der Grund für die letzten Fahrpreiserhöhungen seien. Die Entwicklung sei nicht mit den Einnahmen von Fahrkarten bezahlt worden.

Für das Chipkartenprojekt habe es stattdessen Fördermittel des Bundes gegeben. Darüber hinaus haben sich an dem Projekt, das den Namen Innos trägt, die Verkehrsverbunde Rhein-Main und Berlin-Brandenburg beteiligt. An der Programmierung hat das Dresdner TU-Institut für angewandte Informatik mitgewirkt.

Was in Zukunft noch alles möglich sein könnte mit der neuen Chipkarte, dazu gibt es schon reichlich Ideen: Das Leihen von Mietautos ist eine davon. Weniger konkret sind die Vorstellungen, wie die Dresdner auch stundenweise, also ohne Dauerticket, mit der Plastikkarte fahren könnten. Das sei noch immer das große Ziel, sagt Burkhard Ehlen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 09./ 10. Mai 2015

 

02.05.2015; 00:10 [35]

DVB Fahrkartenautomat geknackt

Mehrere Hundert Euro haben Diebe aus einem Fahrkartenautomaten am Albertplatz erbeutet. Die Täter brachen den Automaten in der Nacht zum Dienstag auf und verschwanden mit der Geldkassette. Am Gerät haben sie einen Sachschaden von rund 4.000 Euro verursacht.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 23. April 2015


02.05.2015; 00:09 [34]

Neues Sozialticket für Dresden

Rot- Grün- Rot planen größere Ermäßigungen. Die Monatskarte kostet im Abo dann nur noch die Hälfte des Normalpreises.

Inhaber eines Dresden- Passes sollen ab November günstiger mit Bus und Bahn fahren können. Die Fraktion von Linke, Grünen und SPD wollen, wie vor Monaten angekündigt, ein neues Sozialticket für Geringverdiener auf den Weg bringen. Die Abo- Monatskarte, die derzeit regulär 49 Euro und mit Dresden- Pass 36 Euro kostet, soll dann für 24,50 Euro erhältlich sein. Die normale Monatskarte soll dann als Sozialticket 43,50 Euro kosten. Bisher sind mit Dresden- Pass 48,50 Euro und regulär 58 Euro fällig. Der Rabatt für Viererkarten soll weiterhin sechs Euro betragen. „Wir wollen erreichen, dass auch die armen Menschen mobil sein können. Denn viele können sich bisher die Tickets nicht leisten“, sagt Linken- Chef André Schollbach.

Im vergangenen Jahr wurden 6.000vergünstigte Abo- Monatskarten, 1.500 normale Monatskarten und etwa 21.000 rabattierte Viererkarten verkauft. Rot- Grün- Rot gehen davon aus, dass mit den stärkeren Vergünstigungen die Nachfrage wachsen wird. Im vergangenen Jahr haben die Rabatte die Stadt etwa 590.000 Euro gekostet. Mit Einführung des neuen Sozialtickets sollen die Kosten auf etwa 1,15 Millionen Euro steigen. Das Geld ist bereits im Haushalt eingeplant. Das neue Sozialticket ist mit den Dresdner Verkehrsbetrieben abgesprochen. Der Stadtrat wird in den nächsten Monaten entscheiden, ob und wie es eingeführt werden soll.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 25./26. April 2015

 

29.04.2015; 01:19 [33]

Haltestelle "Arkonastraße heißt weiterhin Arkonastraße

Das neue Gesundheitszentrum könnte Namensgeber für den Straßenbahnhalt werden. Doch die Verkehrsbetriebe lehnen ab.

An der Königsbrücker Landstraße 98 entsteht derzeit das neue Gesundheitszentrum.Im Juli eröffnen bereits die ersten Praxen. Bauherr des elf Millionen teuren Projektes ist das Unternehmen Hansa Real Estate mit Sitz in Leipzig. Geschäftsführer Stefan Voges schlägt nun vor, die benachbarte Straßenbahn- und Bushaltestelle umzubenennen. „Statt wie bisher Arkonastrraße könnte sie doch Am Gesundheitszentrum heißen, sagt er. Auch Norbert Missel, einer der am Projekt beteiligter Hausärzte, unterstützt Voges Ansinnen.

Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben kommt der Vorschlag jedoch nicht gut an. „Haltestellen sollen möglichst nach markanten Plätzen oder Straßen benannt werden“, erklärt deren Sprecher Falk Lösch. Das erleichtere die Orientierung. Es gäbe nur wenige Ausnahmen, bei denen von diesem Prinzip abgewichen wird. Etwa, wenn ein bekanntes Gebäude oder eine Einrichtung als Namensgeber den Ort besser repräsentiert, zum Beispiel „Messe Dresden“ oder „Universitätsklinikum“. Lösch hält Voges Vorschlag für eine Marketingaktion, um das Gesundheitszentrum bekannter zu machen. „Insofern wird das keinen Erfolg zeigen“, sagt er. Spätestens, wenn sich weitere Unternehmen in Reichweite ansiedeln, würde der Zank um den Haltestellennamen beginnen. „Deshalb folgen wir unserer Linie und bleiben bei Platz – oder Straßennamen“ so Lösch.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 28. April 2015

 

24.04.2015; 00:01 [32]

Erste Vorbereitungen für die "Straßenbahnlinie 61" am Wasaplatz

Für die neue Straßenbahntrasse wird die stark befahrene Kreuzung umgebaut.

Der einst prachtvolle Wasaplatz soll für die Zukunft fit gemacht werden. Wurde im vergangenen Jahr bereits der kleine Vorplatz an der Kreischaer Straße erneuert, sollen nun die öffentlichen Flächen nach dem Willen der Stadt umgestaltet werden.

Ausgestattet mit Bäumen und Parkbänken soll sich der Platz zum gut besuchten Stadtteilzentrum entwickeln. Die Arbeiten erfolgen im Zusammenhang mit den Plänen für die neue Straßenbahntrasse zwischen Strehlen und Löbtau. Dazu wird auch die Oskarstraße grundlegend saniert.

Um den Wasaplatz attraktiver zu machen, soll auf den freien Flächen in Zukunft ein Wochenmarkt stattfinden. Momentan dominiert dort der Verkehr. Rund 14.000 Fahrzeuge rollen täglich über die Kreuzung, an der sechs Straßen aufeinander treffen. Die ersten Entwürfe der Rathaus- Pläne waren auf Kritik gestoßen, weil viele Stellflächen für Autos wegfallen sollten. Die Parkplätze sollen beim Umbau nun weitgehend erhalten bleiben. Von derzeit 33 fallen nur zwei weg. Rund 900.000 Euro soll das Projekt kosten. Am Mittwoch entscheidet der städtische Bauausschuss darüber.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 21. April 2015

 

19.04.2015; 19:55 [31]

Neue Schwimmhalle für Bühlau

Die Halle soll zum Jahresende fertig sein. Straßenbahnen spielen bei der Gestaltung eine besondere Rolle.

Das Herzstück der neuen Bühlauer Schwimmhalle ist schon erkennbar. Seit vergangener Woche installieren Bauarbeiter das Edelstahlbecken, das 1,80 Meter tief sein wird und Platz für sechs 25- Meter- Bahnen bietet. Die angelieferten Einzelteile werden in den kommenden zwei Monaten zu einem großen ganzen verschweißt. Danach folgen das Lehr- und das Kinderschwimmbecken. Bäder- Chef Matthias Waurick ist mit dem Fortschritt zufrieden. „Wir liegen vollkommen im Zeit- und Kostenplan“, sagt er.

Im November soll die neue Halle voll funktionstüchtig sein und der Probebetrieb starten. Parallel zu den Arbeiten am Hauptbecken werden in den nächsten Wochen auch die Lüftungstechnik sowie ein eigenes Blockheizkraftwerk eingebaut. Dieses versorgt nicht nur die Halle mit Wärme und Strom, sondern liefert auch Energie für die benachbarte Kita.

Schon im Rohbau erkennbar sind auch die Räume für die Sauna im Obergeschoss. Vorgesehen sind ein Dampfbad, eine Sauna mit 65 sowie eine mit 90 Grad Celsius. Die angrenzenden Aufenthalts- und Ruheräume samt Terrasse sind lichtdurchflutet. „Wir überlegen nun noch, ob wir von der Terrasse eventuell noch einen Aufgang auf das Dach bauen“, sagt Bäder- Chef Waurick. Das Dach ist mit runden Steinen belegt, damit die Dachhaut nicht abhebt.

Hier ist man nicht nur direkt in der Sonne, sondern hat auch einen wunderbaren Blick in die Stadt. „Das ist so schön. Einen Teilbereich sollten wir, wenn möglich, noch nutzen“, sagt Waurick, der sich dazu gemeinsam mit seinen Projekt- und Bauleitern Gedanken machen will. Auf alle Fälle soll die Sauna, für die der Ortschaftsrat Schönfeld- Weißig intensiv gekämpft hatte, in fröhlichen Farben gestaltet werden. Die Schwimmhalle im Erdgeschoss wird wiederum in Erdtönen wie Ocker und Beige gestaltet. Ein besonderer Blickfang entsteht in einem an die Halle grenzenden Raum. Hier will Waurick eine Infrarotkabine einbauen, die von den Hallenbesuchern genutzt werden kann, ohne dass sie den Saunatarif zahlen müssen. Dieser Raum soll so eingerichtet werden, dass er an den alten Straßenbahnhof erinnert, der einst auf dem Gelände des Schwimmhallenneubaus stand. „Wenn die Leute in die Infrarotkabine gehen, sollen sie das Gefühl haben, als würden sie in der Straßenbahn sitzen“, sagt Waurick. In der Kabine plant er zwei Vierersitze, im Ruhebereich davor die Anmutung einer Straßenbahnhaltestelle.

Womöglich werde auf Bildschirmen auch der Blick gezeigt, den Fahrgäste aus einer Bahn haben, wenn sie durch Dresden fahren. Für die genaue Gestaltung und Beklebung des Raums will sich die Bäder GmbH zügig mit den Dresdner Verkehrsbetrieben zusammensetzen, damit alles so authentisch wie möglich aussieht. Bisher noch keine klare Aussage will Waurick über die Eintrittspreise für die neue Schwimmhalle treffen. Diese würden derzeit noch berechnet, sollen aber definitiv „fair“ ausfallen. Schon fest steht, dass wegen des Saunabetriebs permanent ein bis zwei Bahnen für das öffentliche Schwimmen zur Verfügung stehen sollen. Der Rest werde zwischen Schul- und Vereinssport aufgeteilt.

Insbesondere die Dresdner Schwimmvereine warten schon lange auf weitere Schwimmbahnen, weil die bestehenden Hallen überfüllt sind. Zur Entlastung wird auch die Erweiterung der Schwimmhalle am Freiberger Platz beitragen. Hier sind mittlerweile alle Pfähle, welche die neue Halle tragen, in die Erde gebracht. Nun sollen laut Projektleiter Hendrik Baar die Rohbauarbeiten beginnen. Ziel ist es, diesen bis zum Jahresende abzuschließen, damit in der kalten Jahreszeit der Innenausbau erfolgen kann. Wenn die neue 50- Meter- Halle mit ihren acht Bahnen steht, soll die vorhandene Halle direkt im Anschluss daran saniert werden.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 30. März 2015

 

13.04.2015; 20:04 [30]

Bis September soll Albertbrücke gesperrt bleiben

Die Stadt hat den Bauablauf geändert. Deshalb verschwindet die kleine Fußgängerbrücke schon dieses Jahr.

Die Bauleute auf der Albertbrücke kommen gut voran. Einen Rückstand aus dem Winter haben sie weitgehend aufgeholt. Dennoch gibt es Veränderungen gegenüber dem ursprünglichen Plan, die Kraftfahrer, Fußgänger und Nutzer der Straßenbahnen zu spüren bekommen.

Die Planänderung: Brückenfahrbahn zur Neustadt wird später freigegeben

Ab Ende Juni sollten Autos über die neue Fahrbahn in Richtung Neustadt rollen können. Doch daraus wird nichts, räumt Straßenbauamtschef Reinhardt Koettnitz ein. Die elbaufwärts liegende Fahrbahn könne frühestens Ende August freigegeben werden. Die Bautechnologie sei in mehreren Punkten geändert worden. Deshalb gebe es Verschiebungen im Bauablauf.

Einige Arbeiten würden vorgezogen, andere später ausgeführt. So werde die Gleisanpassung der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) erst im Sommer ausgeführt, führt er ein Beispiel an. Mit der Geländermontage werde auch erst Anfang August begonnen. Der Bau der neuen Haltestelle am Rosa- Luxemburg- Platz werde hingegen vorgezogen. Zudem würde im Sommer mit ersten Arbeiten an der anderen Brückenseite begonnen. „Aus heutiger Sicht gibt es aber keinen generellen Bauverzug an der Albertbrücke“, versichert Koettnitz.

Die Konsequenzen: Schleichverkehr rollt weiter durchs Preußische Viertel

Also werden Kraftfahrer vor allem die beiden Nachbarbrücken zwei bis drei Monate länger als Ausweichvariante nutzen müssen. Vor allem die Carolabrücke ist zur Staufalle geworden. Dort werden jetzt täglich bis zu 48.000 Fahrzeuge gezählt, 10.000 mehr als zuvor. Die Waldschlößchenbrücke als der andere Nachbar verzeichnet einen Zuwachs von etwa 7.000 Autos pro Tag. Besonders betroffen von der Umleitung sind die Anwohner im Preußischen Viertel. Das ist auch Koettnitz klar. Vor allem Anwohner der Marienallee und der Forststraße haben nun weitere Monate deutlich stärkeren Verkehr vor der Haustür.

Die Straßenbahn- Sperrung: Im Sommer geht sechs Wochen nichts mehr

Die DVB sind nicht unglücklich darüber, dass sie erst im Sommer die sogenannte Umbindung des Baugleises auf das erste fertige Brückengleis ausführen können. „Es ist besser, wenn wir es in den Schulferien machen können. Da ist halb Dresden im Urlaub“, sagt Sprecher Falk Lösch. Denn für die Linien 6 und 13 hat das eine erhebliche Konsequenz. Wenn an den Gleisanschlüssen und Weichen gebaut wird, ist die Strecke über die Albertbrücke sechs Wochen lang gesperrt. „Es wird aber voraussichtlich Ersatzverkehr geben“, so Lösch.

Der Abriss: Kleine Fußgängerbrücke im Schwenkbereich der Baukräne

Bei dem Großprojekt wird es weitere gravierende Veränderung geben, wie die SZ von einem Baufachmann erfuhr. Ab Sommer soll auch die elbabwärts liegende Brückenseite saniert werden. Dabei gibt es allerdings ein Problem. Auf der Brücke waren einst 40 kürzere Betonierabschnitte geplant gewesen, jetzt sind es 32. Dadurch werden auch die erforderlichen Schwenkbereiche der Baukräne größer. Sie müssten ihre schweren Lasten über die Köpfe von Fußgängern und Radfahrern auf der kleinen Behelfsbrücke heben. Aus Sicherheitsgründen ist das nicht möglich.

Ursprünglich sollte die Stahlkonstruktion erst nach dem Bauende wieder beseitigt werden. Das soll aber bereits geschehen, wenn Fußgänger und Radfahrer den fertigen Weg auf der sanierten Brückenseite nutzen können. Dann wird die Ende 2011 übergebene Behelfsbrücke gesperrt und abgebaut. Straßenbauamtschef Koettnitz wollte sich auf SZ- Nachfrage dazu nicht äußern. „Es wird derzeit überlegt, die Abläufe neu zu ordnen, ohne das der Endtermin 2016 infrage gestellt wird“, sagt er nur.

Die Kritik: FDP verweist noch immer auf teure Variante

Die FDP reagierte auf erste Informationen zur späteren Freigabe. Fraktionschef Holger Zastrow sieht sich in seiner Befürchtung bestätigt. Er verweist auf die von ihm favorisierte Variante, bei der die Albertbrücke während des Baus für Autos frei geblieben wäre. Dann wären technologische Verschiebungen kein Problem gewesen.

Die Perspektive: Der Bau soll dennoch pünktlich im Mai 2016 beendet werden

Straßenbauamtschef Koettnitz betont, dass die endgültige Fertigstellung nicht in Gefahr ist. In Abhängigkeit vom nächsten Winter soll die Brücke im Mai oder Juni 2016 übergeben werden.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 11.//12. April 2015

 

11.04.2015; 20:39 [29]

Gleisbau auf der Albertbrücke

Auf Dresdens größter Brückenbaustelle sind jetzt die Gleisbauer der Firma Sersa angerückt. Sie bereiten den Bau einer modernen Schienentrasse über die Albertbrücke vor. Direkt neben dem Käthe- Kollwitz- Ufer liegt schon ein erster vorgefertigter Gleisabschnitt bereit. Am anderen Brückenende wird zuerst die Haltestelle am Rosa- Luxemburg- Platz erneuert, teilt die Stadt mit. Dort beginnen die Arbeiten an der neuen Gleistrasse auf der Ostseite.

Zuvor lagen Querschwellen mit einem Schotterbett unterm Asphalt. Mit dem Ausbau, für den die Dresdner Verkehrsbetriebe rund 5,2 Millionen Euro investieren, wird das anders. Auf einer Länge von 567 Metern wird die Gleistrasse bis zur Haltestelle Rosa- Luxemburg- Platz erneuert. Angelegt wird eine sogenannte „feste Fahrbahn“ für Straßenbahnen. Dabei liegen die Gleise in einer stabilen Betonkonstruktion. Darüber können auch schwere LKW fahren, ohne das etwas passiert. Die neue Gleistrasse soll 60 Jahre halten. Lediglich verschlissene Schienen müssen ausgetauscht werden. Geht alles nach Plan, fahren die Straßenbahnen spätestens im Juni über die neue Schienentrasse.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 08. April 2015

 

29.03.2015; 19:10 [28]

Neuer Elektrobus in Dresden eingetroffen

Ab Ende April soll auf der Linie 79 ein Elektrobus fahren. Bis dahin muss das polnische Fabrikat noch einige Tests überstehen.

Ein leichtes Reifenwimmern, die Geräusche elektronischer Schalter und vor allem kein Motorgrollen: Mehr soll vom neuen Elektrobus der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) nicht zu hören sein. Spezialisten des polnischen Fahrzeugbauers Solaris haben den Wagen Ende dieser Woche mit einem Schwerlaster im Betriebshof Gruna angeliefert. Die über 400 Kilometer vom Werk in der Nähe von Poznan bis nach Dresden hätte der Wagen mangels Stromversorgung an den Autobahnen nicht geschafft. Zwischen 120 und 150 Kilometer sind pro Ladung drin.

Die DVB investieren rund 900.000 Euro in das Projekt, das von Wissenschaftlern der TU begleitet wird. Rund die Hälfte davon fördert der Bund mit dem „Schaufenster Elektromobilität“. Dazu kommt noch Geld der Universität für die fünf umzugskistengroßen Batterien aus Lithium- Eisenphosphat und die wissenschaftliche Begleitung. Ein herkömmlicher Dieselbus kostet rund 200.000 Euro.

Dafür ist der teure Niederflurbus beim Energieverbrauch um einiges effizienter als seine fossil angetriebenen Artgenossen, so Robert Roch, Bus- Chef der DVB. „Pro Kilometer braucht der E-Bus nur rund ein Drittel bis die Hälfte der Energie wie ein normaler mit Verbrennungsmotor“, sagt der Fuhrparkleiter. Die Motoren sind deutlich kleiner als beim Dieselbus, weil sie direkt in die Radnaben der Hinterachse integriert sind. Jetzt sind jedoch erst noch einmal die Techniker um den Solaris- Experten Bastian Schmalfuß dran, bevor der Bus Ende April zwischen Mickten und Übigau in den Liniendienst gehen soll. Am Freitag wurden die ersten Isolationsmessungen durchgeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass es keine Stromschläge geben kann. Anschließend stehen ab Mitte April Testfahrten im Stadtgebiet an. Vor allem entlang der 5,2 Kilometer langen Quartierbuslinie zwischen dem Micktener Dreyßigplatz und Übigau. Die Tests dienen auch dazu, dass sich die Busfahrer der DVB mit dem neuen Wagen vertraut machen.

Nachgeladen wird der Wagen über einen Stromabnehmer am Heck des Fahrzeugs, der ausgeklappt werden kann. Ob das reibungslos funktioniert, soll ebenfalls in den nächsten Wochen getestet werden. Pro Runde reichen Bus- Chef Roch zufolge an der Station Dreyßigplatz drei Minuten Ladezeit aus. Kommt zufällig gerade eine Straßenbahn dort an, kann der beim Bremsen entstehende Strom sofort in die Batterien des Busses umgeleitet werden, erklärt Roch. Auch das spare Energie. Für den Notfall steht ein VW- Transporter mit mobilem Ladegerät bereit.

Der E- Bus wird deshalb auf der Linie 79 eingesetzt, weil im 20- Minuten- Takt nur ein Fahrzeug gebraucht wird und die Strecke damit voll elektrifiziert werden kann, sagt DVB- Sprecher Falk Lösch. Rund zwölf Meter ist der Leisetreter lang und fasst 70 Passagiere. In das Projekt der E- Bus- Linie 79 sollen auch Erfahrungen des Edda- Busses mit einfließen. Der grün- weiße Wagen des Fraunhofer- Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme wird schon seit November auf der Buslinie 61 eingesetzt.

Noch seien reine Elektrobusse nicht wirtschaftlich zu betreiben., schränkt Bus- Chef Roch ein. Die Batterien sind zu teuer. Hier kann die Busbranche vom Pkw- Markt profitieren. Je mehr Elektroautos verkauft werden, desto billiger werden irgendwannauch die Batterien sein, hofft Roch.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 28./29. März 2015

 

28.03.2015; 00:31 [27]

Straßenbahn-Scharfschütze ermittelt

Viermal geriet die Straßenbahn der Linie 4 zwischen Coswig und Weinböhla ins Visier eines Schützen.

Anfang dieses Jahres wurden zwischen Coswig und Weinböhla wiederholt Straßenbahnen der Linie 4 beschossen. Wie Polizeisprecher Marko Laske jetzt mitteilte, konnten Kriminalisten des Polizeireviers Meißen einen Tatverdächtigen (24) ermitteln.

Die Serie begann in den Abendstunden des 18. Januar 2015. Zwischen den Haltestellen Rathaus Coswig und Radebeuler Straße zersprang plötzlich eine Seitenscheibe der Linie 4. Nach einer ersten Untersuchung durch die Polizei war schnell klar, dass es sich nicht um einen Zufall handelte. Offenbar hatte ein Unbekannter die vorbeifahrende Bahn beschossen.

In den folgenden Tagen wiederholten sich die Zwischenfälle. Insgesamt vier Angriffe mussten bis zum 31. Januar registriert werden. Alle wiesen das gleiche Muster auf. Sie erfolgten immer zwischen den genannten Haltestellen. Die Geschosse zerstörten jeweils eine Scheibe der Straßenbahn. Dank einer innen angebrachten Folie wurden die Glassplitter nichtin den Fahrgastraum geschleudert. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. An den Straßenbahnen entstand ein Gesamtschaden von rund 6.000 Euro.

Genaue Untersuchungen ließen den Schluss zu, dass sie mit einer Gasdruckwaffe abgefeuert worden waren. Bei den Geschossen handelte es sich um 4,5 Millimeter große Stahlkugeln.

Durch weitere Ermittlungen geriet ein 24-jähriger Mann aus Coswig in den Fokus der Kriminalisten. Auf richterliche Anordnung erfolgte bei ihm eine Wohnungsdurchsuchung. Dabei stellten die Beamten eine Gasdruckwaffe mit entsprechendem Kaliber sicher. Letztlich räumte der 24- Jährige die Taten bei einer Vernehmung ein. Als Motiv gab er Liebeskummer an. Der junge Mann wird sich wegen versuchter gefährlicher Körperverletzungen und Sachbeschädigung verantworten müssen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 27. März 2015

 

28.03.2015; 00:28 [26]

Standseilbahn wieder startklar

Am Sonnabend um 9:08 Uhr startet die Standseilbahn ins Frühjahr. Nach überstandener Revision geht sie wieder in Betrieb, teilen die Verkehrsbetriebe (DVB) mit. Die Bahn und die benachbarte Schwebebahn sind historische Unikate und Denkmäler am Elbhang.Sie müssen regelmäßig überprüft werden. Der technische Zustand sei aber noch hervorragend. Ab Karfreitag beginnt der Sommerfahrplan. Dann fährt die Standseilbahn täglich eine Stunde länger bis gegen 21:30 Uhr. Die Schwebebahn nimmt etwa 30 Minuten später, also um 9:30 Uhr, ihren Betrieb auf. Abends fährt sie täglich bis 20 Uhr statt bis 18 Uhr.

Die Standseilbahn feiert am 26. Oktober 120. Jubiläum. Dazu gibt es verschiedene Aktionen. Die erste ist am Sonnabend, zum Tourismustag. Da können alle zum ermäßigten Preis fahren. Die Schwebebahn ist übrigens 114 Jahre in Betrieb.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 27. März 2015

 

27.03.2015; 00:59 [25]

Die Baustellen 2015

Die Ost- West- Verbindung wurde endlich saniert. Verkehrsbetriebe und Stadt stehen aber schon mit den nächsten Vorhaben in den Startlöchern.

Gerade erst wurde in monatelanger Arbeit die Holperpiste Schandauer Straße saniert. Die mit Schlaglöchern übersäte Fahrbahn ist einer glatten Asphaltdecke gewichen, Straßenbahnen fahren dort nun über Flüstergleise. Über elf Millionen Euro haben Stadt, Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und Drewag investiert. Auch in diesem Jahr haben sie im Dresdner Osten einiges vor.

Bereits am 20. März gehen die Arbeiten auf der Ludwig- Hartmann- Straße los, für rund zwei Millionen Euro bauen die DVB die Fahrbahn dort zweigleisig aus. Bisher konnten die Bahnen der Linien 6 und 12 dort nur ein Gleis benutzen. Weil sie aufeinander warten mussten, kam es häufig zu Verspätungen – das soll sich nun ändern.

Außerdem wird es für die Anwohner danach viel leiser“, sagt DVB- Sprecher Falk Lösch. „Die Bahnen müssen dann nicht mehr über die beiden Weichen rumpeln.“ 3.570 Fahrgäste nutzen die Station Ludwig- Hartmann- Straße täglich. Sie soll im Zuge der Arbeiten barrierefrei ausgebaut werden. Erst kürzlich stürzte eine 87-jährige Blasewitzerin beim Aussteigen aus der Bahn (SZ berichtete). Allerdings war sie von Schneehaufen auf dem Fußweg behindert worden. So etwas dürfte künftig nicht mehr passieren, sagt Lösch.

Die Arbeiten haben aber auch Schattenseiten. Vor allem während der Bauzeit bis zum Juli müssen sich die Anwohner auf Einschränkungen gefasst machen. „Ohne eine zeitweise Vollsperrung wird es vermutlich nicht gehen“, sagt der Pressesprecher. Wie und wann Autofahrer umgeleitet werden, sei aber noch nicht klar. Die Anwohner sollen aber rechtzeitig informiert werden, auch über die wechselnden Umleitungen der Straßenbahnen. Nach dem Straßenbau können Kraftfahrer wieder in beiden Richtungen die Straße nutzen. Doch sie dürfen künftig nicht mehr auf der Ludwig- Hartmann- Straße parken. Das wird für die Anwohner besonders schwierig, schon jetzt ist die Parkplatzsuche in den schmalen Anliegerstraßen äußerst beschwerlich. Nach dem Projekt lassen die Verkehrsbetriebe die Bagger schon wieder an der nächsten Baustelle rollen.

Ab Juli dieses Jahres soll bis 13. November die Wehlener Straße zwischen Ludwig- Hartmann- und Ankerstraße erneuert werden. An der Großbaustelle sind nicht nur die DVB, sondern Straßen- und Tiefbauamt sowie die Stadtwerke Drewag beteiligt.Letztere verlegen neue Mittel- und Niederspannungsleitungen, Fernmeldekabel sowie Gasleitungen. Denn die alten sind bereits verschlissen. Derzeit werden die Arbeiten ausgeschrieben, zur genauen Investitionssumme kann Drewag- Sprecherin Gerlind Ostmanndaher noch nichts sagen. Gleichzeitig saniert das Straßen- und Tiefbauamt die Fahrbahn und sorgt für neue Radwege. Die Laternen an der Wehlener Straße werden ersetzt. Für den Ausbau investiert die Stadt rund 931.000 Euro.

Die Verkehrsbetriebe nutzen die Arbeiten, um die Gleise instand zu setzen. Außerdem werden die Haltestellen Ludwig- Hartmann- Straße und Johannisfriedhof barrierefrei ausgebaut. Sie bekommen Unterstände, Lautsprecher und Fahrradbügel.

Die Station Johannisfriedhof wird ein wenig nach Westen verschoben. Ende November – wenn die Arbeiten beendet sind – sollen die Fahrgäste an der Berggießhübler Straße einsteigen können.

Die geplante Wendeschleife am Straßenbahnhof Tolkewitz kann dieses Jahr allerdings nicht mehr gebaut werden. Im kommenden Jahr oder erst 2017 rollen aber auch dort die Bagger an. Bislang gibt es auf der Wehlener Straße in Höhe der beiden Friedhöfe nur ein Gleisdreieck. Beim Rangieren der Straßenbahnen müssen Autofahrer oft lange an der roten Ampel warten. Mit dem Bau der neuen Wendeschleife soll sich das ändern. Dafür müssen auch mindestens drei alte Werkhallen der Verkehrsbetriebe abgerissen werden. Rund eineinhalb Millionen Euro sollen für das Vorhaben investiert werden, allein 450.000 für den Abriss. „Möglichst noch vor der neuen Schuleröffnung 2017 soll die Schleife fertig sein“, sagt Lösch. „Schließlich werden dort viele Schüler erwartet.“ Denn rund 1.800 Jugendliche sollen ab 2017 in einer vierzügigen Oberschule und ein Jahr später in einem fünfzügigen Gymnasium unterrichtet werden.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 07./08. März 2015

 

26.03.2015; 00:18 [24]

Ex-Stuttgarter - MB O530G - Busse verlassen Dresden

Beschafft wurden die 6 Ex-Stuttgarter Busse vor etwa 2 Jahren um genügend Fahrzeuge für den Schienenersatzverkehr für Baustellen zu haben. Vor wenigen Wochen wurden sie bei der DVB abgestellt und nun verkauft! Gestern gingen nun die ersten auf Reisen. Darunter auch der oben abgebildete 499 103 mit Werbung von Emil Emsig, welcher für die Baustellen warb. Das Ziel der Busse soll wohl im Raum Ludwigshafen liegen!

stena

 

17.03.2015; 23:38 [23]

Frühjahrs-Revision bei Standseilbahn

Bei dem schönen Wetter bietet sich in diesen Tagen eine Fahrt mit der historischen Standseilbahn an. Doch Interessierte müssen sich noch bis zum 27. März gedulden, zurzeit steht die Bahn still. Denn damit die Wagen, die vom Körnerplatz zum Luisenhof auf dem Wei0en Hirsch fahren, weiterhin gut funktionieren, müssen sie zur routinemäßigen Frühjahrsrevision. Dabei überprüfen Techniker die Bahn und beheben Fehler. Außerdem erneuern die Bergbahner Teile der Bremsanlage und die historische Bahn bekommt einen neuen Anstrich. Bis der Tüv sein Okay gegeben hat, wird ein Anruftaxi im 30- Minuten- Takt angeboten. Dieses muss allerdings 20 Minuten vor der Fahrt bestellt werden.

Die Schwebebahn hat ihre Frühjahrsuntersuchung schon hinter sich. Sie fährt seit vergangenen Freitag wieder planmäßig nach Oberloschwitz . Bergbahner hatten die Steuerung umgebaut, Arbeiten am Fahrwerk erledigt und Bäume entlang der Strecke verschnitten. Außerdem hat auch die Schwebebahn einen frischen Anstrich bekommen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 17. März 2015

 

17.03.2015; 23:36 [22]

Nachfolger für R. Zieschank für Drewag und DVB stehen fest

Der Aufsichtsrat der Technischen Werke Dresden (TWD), zu denen auch die Verkehrsbetriebe (DVB) und die Stadtwerke (Drewag) gehören, hat gestern die Nachfolge von Reiner Zieschank geregelt. Dem scheidenden Manager folgen Ursula Gefrerer und Andreas Hemmersbach.

Ende vergangener Woche hatte Dirk Hilbert (FDP) als amtierender Oberbürgermeister für einen Eklat gesorgt. Er hatte erklärt, gegen die Besetzung der Chefposten zu Stimmen. Er kritisierte das undurchschaubare Verfahren und stellte klar, dass er als Aufsichtsratsvorsitzender nicht zur Verfügung stehe. Für den Posten war er aber auch nicht vorgesehen.

Gestern gab es im Aufsichtsrat noch mal längere Diskussionen um den Prozess. Gefrerer und Hemmersbach wurden aber bestätigt. Die 59-jährige Gefrerer ist seit 1998 bei den TWD, leitet den Bereich Finanzen des Konzerns und ist Gründungschefin der Bäder GmbH. Sie übernimmt die Chef- Posten bei den TWD und der Drewag. Der 47-jährige Prokurist Hemmersbach wird Chef der DVB.

Zieschank geht zum Jahresende in Rente. Sein Mitgeschäftsführer, Hans- Jürgen Credé, geht bereits im September in den Ruhestand. Dessen Nachfolge ist nach SZ- Informationen bisher noch nicht abschließend geklärt.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 17. März 2015

 

16.03.2015; 23:40 [21]

Ausbau für Grüne Welle geht voran

Auf Höhe Sidonienstraße wurde eine Anlage für 130.000 Euro auf den neuesten Stand gebracht.

Die „Grüne Welle“ zwischen Hauptbahnhof und Albertplatz ist bald keine Vision mehr. In den vergangenen zwei Wochen hat das Straßen- und Tiefbauamt auf der St. Petersburger Straße in Höhe der Sidonienstraße, an der Zufahrt zum Pullmann Hotel, eine weitere Ampelanlage modernisieren lassen. Die Signalgeber wurden auf LED- Technik umgerüstet. Die Stadt und die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben dafür 130.000 Euro ausgegeben.

Die neuen LED- Anzeigen können Autofahrer und Fußgänger nun besser erkennen, erklärt Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßenbauamtes. Außerdem seien sie energiesparender. Darüber hinaus wurden die Signalgeber für die Straßenbahnen und Busse sowie für die Fußgänger, Radfahrer und Blinden erneuert.

Damit sind Stadt und DVB auf einem guten Weg, das Projekt „Grüne Welle“ durch das Zentrum demnächst abzuschließen. Geplant wurde es von der Technischen Universität Dresden. Ziel ist, den Verkehr auf der Nord- Süd- Verbindung besser zu steuern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Bisher wurden elf Ampelanlagen modernisiert. Bis Ende 2015 sollen insgesamt 24 Kreuzungen zwischen dem Nürnberger Platz und der Karl- Max- Straße mit der neuen Technik ausgestattet sein.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 14./15. März 2015

 

16.03.2015; 23:39 [20]

Aktuelle Pläne für Stadtbahn 2020

Ab kommenden Montag haben Dresdner die Möglichkeit, die aktuellen Entwürfe für die neue Straßenbahntrasse zwischen Strehlen und Löbtau anzuschauen. Die Pläne liegen bis 20. April im Stadtplanungsamt in der Freiberger Straße 39 aus. Konkret geht es um den ersten Bauabschnitt, bei dem die derzeitige Trasse von der Wasa- und Franz- Liszt- Straße in die Tiergarten- und Oskarstraße verlegt werden soll.

Vorbereitende Bauarbeiten sollen bereits Ende dieses Jahres beginnen. Das Projekt steht derzeit allerdings in Kritik, weil die Finanzierung noch nicht gesichert ist. So ist unklar, woher das Geld für den städtischen Anteil in Höhe von rund einer Million Euro kommen soll. Insgesamt kostet der Ausbau der Trasse zwischen den Haltestellen Querallee und Wasaplatz etwa 18, 7 Millionen Euro. Nach heftiger Kritik von Dresdens FDP- Chef Holger Zastrow melden sich nun auch die Jungliberalen zu Wort. Sven Gärtner von der Jungliberalen Aktion Dresden bezeichnet die Planungen der Stadt als unsolide und unseriös. Insgesamt schlägt das Stadtbahnprojekt mit Kosten von 185 Million Euro zu Buche.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 14./15. März 2015

 

13.03.2015; 10:23 [19]

Baumaßnahmen und Investitionsstau

Der Verschleiß nimmt zu, die Schienen werden schlechter, dem Dresdner Straßenbahnnetz droht Verfall. Zwischen 35 und 40 Millionen Euro pro Jahr müssten investiert werden, um den aktuellen Zustand dauerhaft zu sichern. Doch dafür fehlt entweder das Fördergeld oder die Planungen sind kompliziert und kommen nicht schnell genug voran. Das Ergebnis: Es wird immer schwerer, die aktuelle Qualität zu halten. Knapp neun Millionen Euro können die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) in diesem Jahr für grundhafte Gleissanierungen ausgeben. Dazu kommen 2015 - wie in jedem Jahr - etwa ein bis zwei Millionen Euro für dringend nötige Gleisreparaturen und obendrauf die 6,7 Millionen Euro, die das Unternehmen für die dreijährige Sanierung der Albertbrücke aufbringen muss. Macht summa summarum knapp 13 Millionen Euro in diesem Jahr. Das ist knapp ein Drittel der Summe, die aus DVB-Sicht investiert werden müsste, um den aktuellen Gleisstatus zu halten. Die DNN listen die drei wichtigsten Großprojekte für 2015 auf.

1. Zweigleisiger Ausbau der Ludwig- Hartmann-Straße

Die Arbeiten beginnen heute in einer Woche. Drei Tage lang muss die Straßenbahnstrecke gesperrt werden, um eine Bauweiche zu montieren. Dann können die Bahnen bis zu dieser Weiche an die Baustelle heranfahren. Insgesamt wird knapp vier Monate lang gebaut, die DVB investieren 2,6 Millionen Euro. Dabei wird die Gleistrasse zwischen Schandauer Straße und Maystraße auf einer Länge von 375 Metern von Grund auf erneuert und ein zweites Gleis eingebaut. Die DVB setzen außerdem 19 neue Fahrleitungsmaste. Parallel dazu erneuern die Drewag, die Stadtentwässerung und die Telekom ihre Leitungen, Rohre und Kabel. Anwohner dürfen die "Hartmann-Straße" trotz der Bauarbeiten befahren, alle anderen Autos werden über Parallelstraßen und die Altenberger Straße umgeleitet.

2. Erneuerung der Wehlener Straße zwischen Ludwig-Hartmann-Straße und Ankerstraße

Direkt an die Arbeiten auf der "Hartmann-Straße" schließen sich ab dem 1. Juli die Bauarbeiten auf der "Wehlener" an. Sie dauern bis Mitte November und kosten knapp fünf Millionen Euro. Der 375 Meter lange Abschnitt bekommt neue Gleise, die Haltestellen Ludwig-Hartmann-Straße und Johannisfriedhof werden behindertengerecht ausgebaut. Der Autoverkehr wird während der Bauzeit über die Schlömilchstraße und die "Kipsdorfer" umgeleitet, die Straßenbahnen werden durch Busse ersetzt.

3. Erneuerung der Ostra-Allee zwischen Maxstraße und Könneritzstraße

Die Bauarbeiten beginnen am 20. Juli und dauern bis 2. November. Sie kosten etwa 1,2 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Abzweigung in die Maxstraße und der Gleisverbindung von der Ostra-Allee in die Könneritzstraße. Die Linie 11 wird vom Postplatz über Bahnhof Mitte umgeleitet, die "6" muss nur drei Tage lang pausieren.

Weitere Bauarbeiten sind auf dem Postplatz geplant, wo Teile von Weichen erneuert werden müssen. Im nächsten Jahr müssen die DVB voraussichtlich wieder Schienen auf der "Königsbrücker" tauschen, dieses Mal zwischen Albertplatz und Stetzscher Straße.

Quelle: DNN-Online vom 12. März 2015

 

10.03.2015; 11:09 [18]

Sieben Haltestellen werden umgebaut

Eigentlich sollte ein Programm für moderne Unterstände schon 2014 starten. Bisher fehlte das Geld. Jetzt hilft das Land.

Fahrgäste an fünf Haltestellen im Stadtgebiet dürfen in diesem Jahr auf komfortableres Warten hoffen. Die Stadt will investieren und moderne Fahrgastunterstände bauen. Dafür sind die stadtein- und auswärtigen Haltestelle Niederseidewitzer Weg an der Zamenhofstraße vorgesehen. Zudem stehen bald an den Stationen Hellerhofstraße, Hülßegymnasium, Radeberger Straße in Weißig sowie Jägerpark in beide Richtungen neue Haltestellen. Zusätzlich wird die Haltestelle Mickten an der Wurzener Straße barrierefrei ausgebaut. Dort gibt es bereits einen Unterstand. Für das Vorhaben wolle die Stadt Geld aus dem Landesförderprogramm nutzen, teilt Stadtsprecher Karl Schuricht mit.

Die Investition ist eine von wenigen, wenn es um die Haltestellen im Stadtgebiet geht. Denn es gibt für die Stadt und die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) kaum eine Möglichkeit, neue Wartehäuschen zu errichten. Die DVB dafür sind eigentlich nicht dafür verantwortlich und können nur im Rahmen von Schienen- und Linienneubau investieren, so bei der Messebahn und der Linie 2 nach Pennrich im Dresdner Westen. Die Stadt ist zwar zuständig, hat aber kein Geld für den Neubau eingeplant. Dafür hat sie einen Vertrag mit der Firma JCDecaux geschlossen, der bis 2022 gilt. Demnach ist das Unternehmen für 800 Fahrgastunterstände zuständig, die gereinigt, betreut und im Notfall auch repariert werden müssen. Dafür kann JCDecaux die gläsernen Wände als Werbeflächen nutzen. Mehr als diese vertraglich festgelegten 800 Unterstände sind nicht drin.

Dabei ist der Bedarf durchaus höher. Etwa 200 zusätzliche Unterstände werden in der Stadt benötigt, schätzen die DVB- Verkehrsexperten. Zudem ärgern sich viele Fahrgäste über die alten DDR- Wartehäuschen, die oft beschmiert, ohne Beleuchtung und vermüllt sind. Eigentlich hatte sich der städtische Bauausschuss deshalb schon Anfang 2014 für ein Ausstattungsprogramm ausgesprochen. Demnach sollen alle alten Wartehäuschen verschwinden und schrittweise modernisiert werden. Umgesetzt ist davon noch nichts. Der Stadt fehlt das Geld für die 20 DDR- Unterstände in ihrem Besitz.

Die Verkehrsbetriebe können in diesem Jahr ausnahmsweise an einem Standort die beiden alten durch neue, moderne Wartehäuschen ersetzen. Die entstehen an der Haltestelle Dorfhainer Straße im Dresdner Süden. Dort sind die Wartehäuschen seit einigen Wochen wegen Baufälligkeit gesperrt. Für Abriss und Neubau investieren die DVB 30.000 Euro.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 03. März 2015

 

03.03.2015; 19:42 [17]

Ausfall des Elektrobus

Am Freitag gab es einen kurzzeitigen Ausfall des Testbusses des IVI- Fraunhofer Institutes. Eine Sicherung an einer Wasserpumpe war kurz vor 14 Uhr auf der Grundstraße kaputtgegangen, wie Wissenschaftler Reicke Jungnick informiert. „Wir mussten den Bus dann ganz langsam zum Grunaer Busbahnhof zurückfahren lassen“, so Jungnick. Da im Bus umfangreiche Messtechnik installiert ist, die ihre Daten permanent an das Institut sendet, wussten die Forscher bereits, welche Probleme der rein elektronisch fahrende Bus hat. Nach anderthalb Stunden Reparatur konnte er planmäßig weiterfahren. Nach einer knappen Woche Testbetrieb auf der Strecke von Gruna zum Ullersdorfer Platz haben die Wissenschaftler bereits herausgefunden, dass der Elektrobus weniger Energie verbraucht als auf der vorherigen Teststrecke von Gruna nach Löbtau. Zwar müsste er die steile Grundstraße hochfahren, doch genau dort gewinnt er auch auf dem Rückweg viel Energie zurück.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 03. März 2015

 

21.02.2015; 19:30 [16]

Neue Route für E-Bus

Foto: Endpunkt Bühlau/ nahverkehr-dresden.de

1975 fuhr der letzte O-Bus über das Blaue Wunder. Ab Montag rollt sein nachfolger nach Bühlau.

Ohne Rucken setzt sich der grün-weiße Elektrobus des Fraunhofer-Instituts vom Grunaer Busdepot langsam in Bewegung. Doch statt wie bisher als Linie 61 in Richtung Löbtau zu fahren, lenkt Wissenschaftler Reicke Jungnick von der Tiergartenstraße nach rechts auf die Karcherallee ein. Weiter geht es in Richtung Striesen.

Wir sind sehr glücklich, unseren Praxis-Testbetrieb mit dem E-Bus ab Montag über das Blaue Wunder bis zum Uzllersdorfer Platz um weitere drei Monate ausdehnen zu können“, sagt der Forscher vom Fraunhofer Institut für Verkehr- und Infrastruktursystem (IVI). Diese Strecke über die Grundstraße sei durch die Steigung eine besondere Herausforderung, denn vom Körnerplatz bis zur Bautzner Landstraße müssen knapp 140 Höhenmeter überwunden werden. „Aber unsere bisherigen Tests mit Wasserbehältern haben gezeigt, dass unser Batteriebus überhaupt kein Problem damit hat. Er beschleunigt gut und verbraucht für die 19,5 Kilometer lange Strecke vom Busbahnhof Gruna bis zum Ullersdorfer Platz und zurück lediglich 30 Prozent seiner Batterieleistung“, sagt Jungnicks Kollege Sven Klausner. Die bisherige Teststrecke von Gruna nach Löbtau, auf der der zwölf Meter lange Elektrobus seit dem 03. November 2014 Fahrgäste befördert hat, sei sehr eben gewesen. „Wir wollen mit dem neuen Praxistest untermauern, dass die Batterieleistung auch für anspruchsvolle Strecken geeignet ist“, sagt Klausner.

Hinzu kommt, dass es mittlerweile 40 Jahre her ist, dass ein elektrisch betriebener Bus über das Blaue Wunder gerollt ist. Am 28. November 1975 wurde der O-Bus-Betrieb in Dresden aufgrund von Materialmangel eingestellt. „Dieses geschichtsträchtige Jahr wollten wir natürlich nutzen, um unsere Forschung in dresden weiter voranzutreiben“, sagt Reicke Jungnick. Zwölf Busfahrer der DVB sind mittlerweile auf dem Elektrobus geschult. Sie wissen genau, wie sie an die hochmoderne Ladestation am Busbahnhof Gruna heranfahren müssen, damit die Batterie vollautomatisch per ausklappbarem Stromabnehmer geladen werden kann. Bereits vor der Einfahrt zum Depot erhält die Ladestation per Funk ein Signal vom Bus, das ihr den Verbrauch der Batterie anzeigt. „Wir benötigen lediglich sieben Minuten, um den Bus für seine Fahrt nach Bühlau wieder aufzuladen“, sagt Forscher Klausner. Für die ebene Teststrecke nach Löbtau sei die Ladezeit mit viereinhalb Minuten deutlich kürzer gewesen. „Am günstigsten für die Lebensdauer der Batterie wäre es, sie an einzelnen Haltestellen für 20 bis 30 Sekunden aufzuladen. Das dauert gerade so lange, wie Fahrgäste ein- und aussteigen“, sagt Klausner. Doch diese Stationen müssten finanziert werden. Ab Montag bis zum 30. April ist der Elektrobus von 06:30 bis 23:30 Uhr im Einsatz, zwei Stunden länger als bisher. Er fährt zusätzlich zum normalen Fahrplan der Linie 61.

Elektromobilität hat in Dresden Tradition. Bereits 1903 wurde eine Strecke zwischen Industriegelände und Klotzsche eröffnet, die aber 1905 wieder stillgelegt wurde. Am 08. November 1947 startete der Oberleitungs-Verkehr in Blasewitz, 1949 wurde eine Strecke nach Weißig eröffnet. Es folgten weitere, ab 1964 fuhr die Linie 61 nach Löbtau. 1975 endete dieser umweltfreundliche Verkehrsversuch.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 21./ 22. Februar 2015

 

21.02.2015; 19:29 [15]

Tolkewitzer Volksbad soll erhalten bleiben

Die DVB wollen den Bau an der Schlömilchstraße verkaufen. Das Rathaus wünscht sich eine schulische Nutzung.

Der Gebäudekomplex an der Ecke Schlömilch-/ Wehlener Straße soll erhalten bleiben. Die DVB will das einstige Volksbad, das Turbinenhaus sowie das Wohn- und Geschäftshaus neben dem früheren Straßenbahnhof verkaufen. „Von hohem Interesse ist es, die beschriebenen Gebäude bis zur geplanten Inbetriebnahme des neuen Schulkomplexes einer neuen Nutzung zuzuführen“, ist im DVB-Exposé zu lesen. Die Stadtverwaltung bestätigt auf SZ-Anfrage, dass ein Abriss der Häuser nicht infrage komme.

Das Areal des ehemaligen Straßenbahnhofes stellt eine denkmalgeschützte Einheit mit mehreren Einzeldenkmalen dar“, begründet Stadtsprecherin Nora Jantzen. Das Denkmalschutzamt hätte die Gebäude bereits auf ihre Sanierungsfähigkeit untersucht: Im Ergebnis sind die drei zum Verkauf stehenden Gebäude in einem erhaltenswerten und meist auch sanierungsfähigen Zustand. Die Stadt wünscht sich dafür möglichst eine schulische Nutzung. Der einstige Straßenbahnhof wird bis 2018 zu einer Oberschule und einem Gymnasium umgebaut.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 21./ 22. Februar 2015

 

16.02.2015; 16:46 [14]

"Johanna" in der Werft Laubegast

Ein Baum hatte das Schiff außer Gefecht gesetzt. Jetzt wird die Johannstädter Fähre in der Laubegaster Werft repariert.

Untenrum wirkt Johanna etwas nackt an diesem sonnigen Wintermorgen in der Laubegaster Werft. Der Antrieb fehlt: Schiffsschraube und Welle, die das kleine Schiff normalerweise zwischen Johannstadt und Neustadt durch die Elbe treiben, sind derzeit in Norddeutschland zur Generalüberholung. Ein großer Baum ist schuld daran.

Vorarbeiter Falk Naumann hat die Johanna vor einigen Tagen an Land gezogen. Er ist der letzte Experte in der Werft, der die historische Slip- Anlage bedienen kann, mit der selbst große Elbdampfer mühelos auf Schienen aus dem Wasser kommen. Ein paar sind gerade zur Winterreparatur in Laubegast. „Die Pillnitz bekommt eine neue Toilettenanlage und der Radkasten muss aufgearbeitet werden“, sagt Naumann. Die Dresden erhält neue Windfangtüren im Oberdeck. Bis die eingebaut sind, bleibt sie vor Anker. Auch die nachträglich eingebauten Bugstrahlpropeller sind erneuert worden. Sie funktionieren wie ein Zusatzruder, das den Dampfer auf der Stelle wenden lässt. Neben den Schaufelraddampfern wirkt die Johanna fast wie ein Spielzeug. Laubegast ist ihre Heimat, hier lief Johanna vor über zehn Jahren vom Stapel. Erst im März 2014 gab es hier den neuen Schiffs- Tüv für das gelbe Fährboot.

Doch dann kam der 29. Oktober und mit ihm ein rund sechs Meter langer Baumstamm die Elbe hinabgeschwommen. Treibgut ist an sich nichts Ungewöhnliches, ein Baum dieser Größe jedoch schon. Jener verfing sich ausgerechnet zwischen Schiffsschraube und Rumpf, machte das kleine Schiff mit einem Schlag manövrierunfähig. Mit einem Ersatzschiff wurde die Fähre ans Ufer gezogen. Der einzige Passagier an Bord gelangte trotz der Haverie trockenen Fußes von Bord, so Falk Lösch damals, der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). „Wir mussten die Johanna mit einem Kran anheben, um den Stamm wieder herauszubekommen“, sagt Jürgen Gableske. Der 54- Jährige ist Betriebsleiter des Grunaer Busdepots der Verkehrsbetriebe und für die Instandsetzung der Elbfähren zuständig. Die Johanna sei unmittelbar danach auf der Werft untersucht worden.

Doch manche Schäden lassen sich nicht ohne Weiteres von außen erkennen. „Wir haben erst später festgestellt, dass die Antriebswelle eine Unwucht hatte und immer mehr eierte“, sagt Gableske. Dadurch sei auch die Dichtung beschädigt worden, sodass Wasser in den Rumpf lief. Das Spezialunternehmen Otto Piening aus der Nähe von Glückstadt in Schleswig- Holstein hat die Schraube und die Welle hergestellt und überholt die Teile nun. Mit neuen Dichtungen sollen sie später in der Laubegaster Werft wieder eingebaut werden. Den Verkehrsbetrieben zufolge kosten die Reparaturen an der Johanna rund 15.000 Euro.

Weil im Winter weniger Fahrgäste die Fährverbindung nutzen, werden zusätzlich noch die Anleger überholt. Alle sechs Jahre müssten diese ebenfalls eine Art Tüv- Prüfung durchlaufen. In der Gleisbauwerkstatt im Reicker Straßenbahnbetriebshof sind die Pontons und Landungsbrücken in den vergangenen Tagen geprüft worden. Dabei werde unter anderem die Stärke der Stahlwände gemessen, erklärt der DVB- Betriebsleiter. Außerdem bekommen die großen Schwimmkörper einen neuen Rostschutzanstrich, die Brücken werden ebenfalls aufgearbeitet, sagt Gableske. Spätestens am kommenden Freitag sollen die Anleger wieder in Betrieb genommen werden.

Ob allerdings die Fähre Johanna zu diesem Zeitpunkt ebenfalls wieder in den Einsatz geht, ist derzeit unklar. Die Reparatur von Schiffsschraube und Welle könnte noch einige Zeit dauern. Für solche Fälle halten die Verkehrsbetriebe jedoch Ersatzschiffe vor. Betriebsleiter Gableske zufolge könnte deshalb die Personenfähre Elbflorenz für die Johanna einspringen.Die liegt derzeit elbaufwärts zwischen Pillnitz und Kleinzschachwitz vor Anker.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 14./15. Februar 2015

 

11.02.2015; 21:12 [13]

Mehr Meisenkästen geplant

Gut ausgelastet“, melden die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) zu den sieben Nistkästen für Meißen entlang der Bautzner Straße. „Die Kästen an den Fahrleitungsmasten waren im Jahr 2014 alle bewohnt“, so DVB- Sprecher Falk Lösch. In jedem wurde Nachwuchs aufgezogen, in einigen mehrfach.“ Da die Anschaffung mit 40 Euro pro Nistkasten relativ überschaubar ist und die Vögel sie gerne annehmen, überlegen die DVB, künftig mehr solcher Quartiere für Singvögel anzubieten. „Sie könnten beispielsweise an Masten entlang der Wiener Straße montiert werden“ soJ Lösch. Die Meisenkästen an der Bautzner Straße, zwischen Radeberger Straße und Jägerstraße, wurden im November 2013 angebracht. Dort standen bereits Kastanien und die Stadt pflanzte weitere.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 04. Februar 2015

 

11.02.2015; 21:11 [12]

Fähre in Johannstadt zwei Wochen "Außer Betrieb"

Ab heute ist zwischen dem Johannstädter und Neustädter Elbufer keine Personenfähre unterwegs. Das teilen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mit. „Grund für die Zwangspause ist die technische Überholung der Landungsbrücken und Fähranleger“, so DVB- Sprecher Falk Lösch. Die Pontons an beiden Anlegestellen sollen per Tieflader nach Reick in die Gleisbauwerkstatt der Verkehrsbetriebe abtransportiert werden. Dort verpassen ihnen die Fachleute unter anderem einen neuen Anstrich. Die vorübergehende Pause nutzen die DVB zugleich, um die Fähre Johanna zu reparieren. Das Boot wird zur Laubegaster Werft überführt und dort auf Helling gelegt, also an Land gezogen“, erklärt Lösch. Unter anderem wird die Schiffsschraube abgebaut und neu ausgewuchtet. Rund 15.000 Euro kosten die Arbeiten insgesamt.

Läuft alles wie geplant, könnte die Fähre am 20. Februar schon mittags wieder in Betrieb gehen“, sagt Lösch.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 09. Februar 2015

 

06.02.2015; 18:52 [11]

"In echt ganz anders"- Bahn lädt zum Zoobesuch ein

Der Elefant steckt plötzlich im Tigerfell. Mit unerwarteten Kombinationen wirbt der Zoo jetzt auf einer Straßenbahn.

Irgendwas ist anders. Das Zebra brüllt, hat Reißzähne und eine opulente Löwenmähne. Aber wie passt das mit den schwarz- weißen Streifen zusammen? Oder sind die Streifen versehentlich auf einen Löwen geraten? Und wie kommt der Elefant ins Tigerfell? Die neue Zoostraßenbahn wirft einige Fragen auf. Seit gestern tourt die Bahn durch das gesamte Stadtgebiet, beklebt mit den Zeichnungen von zwölf verschiedenen Tierarten. Dabei zeigt sich keines so, wie es in Natur auftritt.

In echt … ganz anders“, steht auf der Bahn. Die Studenten Priscilla Katzenmaier und Andreas Pickel haben das Design für die neue Werbung entworfen. „Wir haben dem Zoo mehrere Vorschläge gemacht und die Mitarbeiter haben sich für dieses ausgefallene Design entschieden“, sagt die 26- Jährige, die den Auftrag für das studentische Designbüro „August“ bearbeitet hat.

Die Idee dahinter ist, den Beobachter zum Stutzen zu bringen – und schließlich auch zu einem Zoobesuch zu bewegen, um zu sehen, wie die Tiere in echt aussehen. Die Riesenschildkröten sorgen zum Beispiel schon allein wegen ihrer Größe für Aufsehen. Das Muster eines Clownfisches, wie er aus dem Film „Findet Nemo“ bekannt ist, tragen sie bisher allerdings nur auf der Straßenbahn. Die ist wiederum nicht das erste Exemplar, das für den Dresdner Zoo wirbt. Im Jahr 2006 gab es die erste Werbeaktion auf einer solchen Bahn, die damals von den Giraffen geziert wurde. Danach kamen die Koalas auf die Straßenbahn, um den bevorstehenden Einzug der beiden Männchen Iraga und Mullaya zu bewerben. Und nun ist es also das bunte Potpourri der Zoobewohner.

Ein halbes Jahr ist vom ersten Entwurf bis zur Umsetzung vergangen. „Für uns ist es das erste Mal, das wir so unseren Fingerabdruck in der Öffentlichkeit hinterlassen“, sagt Student Andreas Pickel. Es wird aber vermutlich nicht das letzte Mal sein.

Denn der Zoo plant, eine weitere Werbefläche mit Tierbildern zu verschönern: Schon Ende letzten Jahres war die Halfpipe an der St. Petersburger Straße repariert und wieder für die Skater geöffnet worden. An deren Seiten sollen laut Zoo- Sprecherin Kerstin Eckart weitere Ideen des studentischen Designbüros ihrer Umsetzung finden und so die tristen Flächen aufwerten. In einigen Wochen soll es die ersten Entwürfe dafür geben.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 05. Februar 2015

 

05.02.2015; 13:52 [10]

Nahverkehr fährt mit sauberen Strom

Zwei Drittel des Dresdner Nahverkehrs werden bereits mit der Straßenbahn abgewickelt. Die Dresdner Verkehrsbetriebe sind dabei, mit Hybridbussen und Elektrobussen das restliche Drittel möglichst schnell zu schaffen, sagt DVB- Vorstand Reiner Zieschank. Die Stadt setzt auf das Jobticket, um den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen. So sind 2014 die Straßenbahnen 733 Millionen Personenkilometer gefahren, das entspricht der Fahrleistung von etwa 70.000 Pkw.

Das bringt eine immense Einsparung an Kohlendioxid, aber auch an Luftschadstoffen, wie Umweltamtsleiter Christian Korndörfer einschätzt. Der in Dresden verwendete Strom gilt als sauberer Strom. Im Kraftwerk Nossener Brücke werden Strom und Fernwärme mit einem Wirkungsgrad von fast 90 Prozent erzeugt.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 04. Februar 2015

 

22.01.2015; 19:01 [09]

Straßenbahnsimulator wird auf der Messe präsentiert

Mit einem Simulator wollen die Verkehrsbetriebe die Ausbildung ihrer Fahrer verbessern – und nebenbei Werbung für sich selbst machen.

Ding, ding, ding. Nächste Haltestelle Carolaplatz“ - die Stimme aus dem Hintergrund kündigt den nächsten Stopp an. Das Geräusch von sich öffnenden Türen, von sich schließenden Türen, und die Straßenbahn nimmt akustisch wieder Fahrt auf. „Das ist sehr nah dran an der Wirklichkeit“, freut sich der Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), Hans- Jürgen Credé. Die Wirklichkeit ist in dem Fall eine durch Dresden fahrende Straßenbahn. Gestern hat das Unternehmen eine Konstruktion vorgestellt, die diese möglichst realitätsgetreu nachahmen soll – ohne das sie sich vom Fleck bewegt. Rund 100.000 Euro haben die DVB in den Simulator investiert.

Zwei Jahre Vorbereitung und ein Jahr Bau und Programmierung stecken in dem Gerät, das die Lehrlinge der Verkehrsbetriebe zusammen mit dem TU- nahen Unternehmen Inavet entwickelt haben. Deswegen ist der SimulatorMarke Eigenbau auch vergleichsweise günstig. Andere Systeme würden mehr als eine Million Euro kosten, so Credé. Trotzdem kann es alles, was die DVB brauchen.

Der Fahrer kann die Straßenbahn virtuell an- und abschalten, fahren, bremsen sowie Türen, Beleuchtung und Signale bedienen. Im System hinterlegt sind bislang zwei Strecken – eine vom Albertplatz bis nach Plauen und die andere vom Albertplatz bis in die Südvorstadt. Die Strecken, die aufwändig abgefilmt wurden, sieht der Fahrer auf seinem Bildschirm vor sich. Je nachdem ob er langsamer oder schneller fährt, läuft der Videofilm ebenso langsam oder schnell Künftig könnten noch weitere virtuelle Strecken hinzukommen. Außerdem sollen Gefahrensituationen hineinprogrammiert werden, wie Fußgänger oder Autofahrer in den Gleisen.

Zum Einsatz kommen wird der Simulator bei der Ausbildung der Straßenbahnfahrer. Diese dauert etwa drei Monate, 18 Tage davon müssen auf der Strecke absolviert werden. Mit dem Simulator sollen die Schüler nun besser auf die Praxis vorbereitet werden. Bei den realen Fahrstunden könnte man sich dann mehr auf die Feinheiten der Strecke konzentrieren, so das Kalkül. Außerdem wollen die DVB mit dem Gerät Eigenwerbung machen und Lehrlinge gewinnen. Bis 2025 gehen 800 Mitarbeiter in Rente, mehr als die Hälfte davon sind Fahrer. Seinen ersten Auftritt hat der Simulator deswegen auf der Ausbildungsmesse Karrierestart vom 23. bis 25. Januar.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 16. Januar 2015

 

13.01.2015; 18:26 [08]

Umbau Ullersdorfer Platz verzögert sich weiter

Seit Jahren schiebt das Rathaus eine Aussage zur Umgestaltung des Ullersdorfer Platzes vor sich her. Immer wieder wird auf die Pläne der Verkehrsbetriebe verwiesen, die bei der Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 von Bühlau nach Weißig auch den Platz umbauen wollen. Das die Stadt dabei maßgeblich beteiligt ist, vergisst sie oft zu erwähnen. Denn betroffen ist ja weitgehend auch die Bautzner Landstraße. Doch auch derzeit lässt bau- Bürgermeister Jörn Marx (CDU) auf SZ- Anfrage nur verlauten: „Das Stadtplanungsamt erarbeitet für den Bereich der Bautzener Landstraße und den Ullersdorfer Platz eine Vorplanung. Diese Planung steht im Zusammenhang mit dem Stadtbahnvorhaben 2020, Teilstrecke Bühlau- Weißig“. Ähnliche Sätze hat es schon vor Jahren gegeben. Wenn die Vorplanung vorliegt, werde es auch eine Kostenschätzung für die Sanierung der Straße und den Umbau des Platzes geben. Wann das ist, wollte Marx nicht sagen. Auch Bautermine stünden derzeit noch nicht fest, so der Baubürgermeister weiter.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 09. Januar 2015

 

13.01.2015; 18:24 [07]

DVB-Vorstand geht in Rente

Reiner Zieschank gehört zu den mächtigsten Persönlichkeiten in der Stadt. Nun hat sein letztes Dienstjahr begonnen.

Gedanken an seinen Abschied ließ Reiner Zieschank gestern nicht zu. Der Drewag- Chef hatte zum Neujahrsempfang eingeladen. Es ist sein letzter als Geschäftsführer, zum Jahresende geht er in Rente. Eigentlich laufen die Managerverträge nur bis zum 63. Lebensjahr. „Doch ich habe mich bequatschen lassen, noch länger zu machen“, sagt Zieschank. Wenn die Stadt ruft, sagt er selten nein. Scherzhaft bezeichnet er sich als einen Stadtsoldaten. So sei es auch selbstverständlich, dass er bis zum letzten Arbeitstag voll im Einsatz ist.

Angst vorm Loslassen hat Zieschank nicht. „Der Mensch hat nur ein Leben.“ In seinem künftigen wird es viel mehr Zeit für die Familie und für die Hobbys geben, für die Eisenbahn- Sammlung ebenso wie für die Ausfahrten mit seiner BMW. Das Motorrad, Baujahr 1972, begleitete ihn schon durch ganz Europa. Mit seiner Frau Ursel wolle er wieder mehr Ski- und Radfahren, auch Tennis spiele er gern. Doch für all dies reicht derzeit die Zeit kaum.

In der Regel geht Reiner Zieschank zwischen halb und um acht aus dem Haus, selten schließt er vor 21 Uhr die Tür in Zschachwitz wieder auf. Oft wird es noch später, denn Abendveranstaltungen gehören für ihn zum Alltag. Dass Ursel und Reiner Zieschank weiterhin in Dresden bleiben, daran lassen sie keinen Zweifel: „Wir sind hier zu Hause.“

Reiner Zieschank tanzt beruflich auf drei Hochzeiten. Er ist kaufmännischer Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe, Chef der Technischen Werke sowie Geschäftsführer der Drewag und Enso. Letztlich ist Zieschank Chef von 5.500 Dresdnern. Er gilt als bescheiden, sparsam und zuverlässig. Seine verbindliche Art kommt meistens gut an. Gern und häufig spricht er von der sozialen Verantwortung.

Bei einem Familienbesuch in der alten Heimat Heidenau hatte er 1991 in der Sächsischen Zeitung eine Anzeige gelesen. Die Verkehrsbetriebe suchten einen kaufmännischen Vorstand. „Von frühester Kindheit bin ich ein Verkehrsfritze. Schon als Zweijähriger bin ich auf einer Dampflok mitgefahren“, sagt er. Mit dem Wechsel nach Dresden könne er das Hobby zum Beruf machen, dachte er und schickte seine Bewerbung ab. Damals hat er als kaufmännischer Leiter für Vertragswesen bei der Motor- und Turbinen- Union in München, ein Unternehmen des Daimler- Konzerns, gearbeitet. Ein Dreivierteljahr passierte nichts, dann sei alles sehr schnell gegangen. Am 01. Januar 1992 ging es für Zieschank zurück zu den Wurzeln, wie er sagt.

Seine Großeltern stammen aus Heidenau und Dohna, die Eltern waren 1948 in den Westen gegangen, so wurde er im Oktober 1951 in Kempten im Allgäu geboren. Aber solange es möglich war, besuchte er in den Ferien immer die Großeltern. Der Opa in Heidenau besaß das Autohaus Klimmer, in dem er Vorkriegswagen reparierte und verkaufte. „Da durfte ich schon als Bub mitschrauben.“

Später machte er die Führerscheine für LKW und Busse und finanzierte so sein Volkswirtschaftsstudium mit. Die praktischen Erfahrungen erleichterten ihm auch den Einstieg bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Er sei sehr herzlich aufgenommen worden. Anfangs pendelte er an jedem zweiten Wochenende mit dem Nachtzug zwischen Dresden und München. Seine Frau Ursel und die 1991 geborene Tochter zogen erst 1994 nach Dresden. „Hierher zu kommen, ist mir nicht schwergefallen, meine Arbeit aufzugeben, schon eher“, sagt Ursel Zieschank. Wenn ihr Mann von der Zeit Anfang der 90er- Jahre spricht, ist seine Begeisterung zu spüren. Damals war der Westen schon so erstarrt und unflexibel, einfach satt und zufrieden. Hier war alles neu, die Menschen aufgeschlossen und veränderungsbereit, schwärmt er. Es sei seine beste Zeit gewesen.

Zur Wahrheit der ersten Jahre gehört es aber auch, dass sich die Dresdner Verkehrsbetriebe neu aufstellen mussten, alte Strukturen waren nicht mehr bezahlbar. Damals gab es über 4.000 Mitarbeiter, heute sind es 1.800. Damals verfügte das Unternehmen über 13 Betriebshöfe, heute sind es drei. „Es hat sich alles umgedreht, schon nach ein paar Jahren kamen die Verkehrsunternehmen aus Stuttgart, um bei uns zu sehen, wie es geht“, erinnert sich Zieschank. Die Dresdner Verkehrsbetriebe zählen bundesweit zu den Besten. Vergangenes Jahr konnten sie im deutschlandweiten Ranking den ersten Platz bei der Kundenbefragung belegen. Darüber kann sich Zieschank ehrlich freuen. Aber schnell kommt der Zusatz, das sei alles Teamarbeit.

1997 wurde Zieschank auch Geschäftsführer der Technischen Werke Dresden, einer Stadt- Holding, zu der neben DVB und Drewag auch die Stadtreinigung und das Kongresszentrum gehören. Seit 2006 ist er zudem Geschäftsführer der Drewag Stadtwerke und damit für Strom, Fernwärme, Gas und Trinkwasser zuständig. Damit war er endgültig zum Supermanager aufgestiegen. Beworben habe er sich nur für den DVB- Job, bei den anderen Aufgaben sei er immer gefragt worden. Da die Verkehrsbetriebe auf Zuschüsse aus den Gewinnen der Drewag angewiesen sind, gab es früher unterschwellig immer den Vorwurf, die Mitarbeiter arbeiten nicht gut genug. Hier war Zieschanks ausgleichende Art gefragt, um eine gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen. Er war immer parteilos. Vielleicht mag das ein Grund für seinen Erfolg sein. Er habe immer versucht, auf der Basis einer fachlichen Überzeugung die Politik zu gewinnen. In Dresden sei letztlich immer alles fachlich entschieden worden, das gute Miteinander sei ein großes Plus, sagt er.

Kaum hatte Zieschank den Posten als Drewag- Chef übernommen, kamen große Herausforderungen, die sich mit den Stichworten Wettbewerb und Energiewende umreißen lassen. Er ist für neue Energien aufgeschlossen. Doch das Hüh und Hott in der Bundespolitik lässt seine Haare noch grauer werden. „Wir brauchen verlässliche Regelungen, die Investitionen müssen refinanziert werden“, sagt er. Zieschank steckt voller Pläne, deren Umsetzung er gern noch anschieben will. Die Stadt sucht jetzt Nachfolger für seinen Posten. „Wir haben exzellente Mitarbeiter, ich würde mich freuen, wenn sich der eine oder andere bewirbt“, sagt er.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 07. Januar 2015

 

10.01.2015; 19:02 [06]

650.000 Fahrgäste fuhren letztes Jahr mit den Bergbahnen

Das vergangene Jahr war eines der besten für die Dresdner Bergbahnen: 650.000 Gäste fuhren mit Standseil- und Schwebebahn zum Luisenhof oder nach Oberloschwitz. Lediglich zur 800- Jahr- Feier Dresdens konnten noch mehr Besucher begrüßt werden, sagt Falk Lösch, der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe. „Im Vergleich zu 2013 hatten die Bergbahnen rund zehn Prozent mehr Fahrgäste“, so Lösch. Allerdings schwanke die Besucherzahl erheblich. Das liegt auch an Hochwassern oder den erforderlichen Revisionen der Bahnen. 2013 wurde die Schwebebahn zur Hauptuntersuchung drei Monate lang auf Herz und Nieren geprüft und die Kabinen neu lackiert. Im Vorjahr war die Standseilbahn dran. Sie hat erfahrungsgemäß immer mehr Fahrgäste als ihre schwebende Schwester. 2014 fuhren 350.000 Gäste mit ihr und 300.000 mit der Schwebebahn. Die Standseilbahn feiert in diesem Jahr ihren 120. Geburtstag.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 07. Januar 2015

 

09.01.2015; 15:34 [05]

Neue Busse für die DVB

Die DVB wollen fast ein Drittel der Flotte austauschen. Auch die alten Ticketautomaten sollen verschwinden.

915.000 Kilometer oder 23-mal um die Erde – so weit hat es der aktuelle Rekordhalter unter den 151 Bussen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) schon geschafft. In diesem Jahr soll der Mercedes zusammen mit 39 anderen betagten Bussen endlich in den Ruhestand gehen. Mit insgesamt fast 14 Millionen Euro wollen die DVB in diesem Jahr so viel Geld in ihre Busflotte stecken wie schon lange nicht mehr. 3,6 Millionen Euro davon sollen als Fördermittel vom Land kommen. Möglich wird der Zuschuss, weil das Durchschnittsalter aller DVB- Busse mittlerweile die vorgeschriebene Acht- Jahre- Grenze überschritten hat.

Ein Teil der Investitionen wird auch mit den Rekordeinnahmen von 117 Millionen Euro im vergangenen Jahr finanziert. Das sind vier Millionen Euro mehr als 2013. Dazu beigetragen haben leicht steigende Fahrgastzahlen und vor allem aber die erhöhten Ticketpreise.

Unter den neuen Bussen sollen auch einige besonders lange Fahrzeuge sein. Die Verkehrsbetriebe hatten bereits im Februar des vergangenen Jahres sechs neue Busse mit fünf Türen und einer Länge von 18,75 Metern gekauft. Fast 180 Menschen passen in die Fahrzeuge – etwa 20 mehr als in den sonst üblichen Modellen.

Auch bei den Straßenbahnen planen die Verkehrsbetriebe ein groß angelegtes Investitionsprogramm. Wann genau die ersten neuen Trams über die Gleise rollen, steht allerdings noch nicht fest. Die Nachfolger der jetzigen Niederflurwagen sollen aber mit 2,65 Meter rund 35 Zentimeter breiter sein als die jetzigen Straßenbahnen. In den vergangenen Jahren wurden deswegen überall in Dresden die Abstände zwischen den Gleißen vergrößert.

Konkreter sind die Planungen für neue Fahrscheinautomaten. Die derzeitigen Maschinen an den Haltestellen sind 25 Jahre alt. Ersatzteile werden deshalb knapp. Ende dieses Jahres wollen die DVB die ersten neuen Automaten aufstellen. Sie sollen mit einem Touch- Display ausgerüstet sein und sich per Funk selbst melden, wenn sie kaputt sind. Außerdem kann an ihnen auch mit EC- Karte bezahlt werden. 4,9 Millionen Euro soll der Austausch der 150 Automaten kosten. 3,6 Millionen Euro davon sind als Fördermittel geplant. Ende 2016 soll der Aufbau der Maschinen abgeschlossen sein.

Die Automaten in den Bussen und Straßenbahnen werden hingegen nur generalüberholt. Sie sollen danach noch fünf Jahre durchhalten.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 06. Januar 2015

08.01.2015; 15:17 [04]

Vorstände der DVB gehen in Rente

Mehr als 20 Jahre lang haben Hans- Jürgen Credé und Reiner Zieschank die Verkehrsbetriebe geleitet. Ihr Ausscheiden wird für eine Neuordnung genutzt.

Zwei der einflussreichsten Jobs in Dresden werden im kommenden Jahr neu vergeben. Der Grund: Nach 24 Jahren gehen die beiden Vorstände der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) in den Ruhestand. „Jetzt muss eine jüngere Generation ran“, sagt Reiner Zieschank, der bei den DVB für Technik und Finanzen zuständig ist. Zudem ist er in Personalunion Geschäftsführer der Stadtwerke Drewag und des Energieverbundes Dresden sowie Vorstand des Energieversorgers Enso. Zieschank, 63 Jahre alt, verlässt offiziell zum 31. Dezember das Unternehmen.

Bereits am 16. September ist Schluss für seinen Kompagnon Hans- Jürgen Credé. Der 62- Jährige ist ebenfalls seit 1992 Chef der DVB und kümmert sich dort um den laufenden Betrieb und das Personal. Sowohl Credé als auch Zieschank sind zudem Geschäftsführer der Technischen Werke Dresden (TWD), einer Holding, unter dessen Dach die wichtigen städtischen Unternehmen angesiedelt sind.

Die Ausschreibung für die Nachfolge der beiden läuft bereits seit 3. Dezember. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar. Gesucht werden aber nicht zwei, sondern drei Personen. Dahinter steckt, das die Führungsposten in den Versorgungsunternehmen Drewag und Enso gesucht und zwei Vorstände für die DVB. Alle drei Personen sind dann auch Geschäftsführer der Technischen Werke.

Wann genau die Nachfolge geregelt sein wird, ist noch offen. Die Bewerbungen werden vom Aufsichtsrat gesichtet. Das Gremium muss sich aber nach der Stadtratswahl im vergangenen Jahr erst neu finden. Zudem geht die Aufsichtsratsvorsitzende und Oberbürgermeisterin, Helma Orosz, Ende März.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 05. Januar 2015

 

06.01.2015; 17:41 [03]

Blick auf die Wehlener Straße, Bau 2015

Stadt und Verkehrsbetriebe wollen im kommenden Jahr vieles erneuern. Und das sind nicht die letzten Arbeiten.

Sofern es das Wetter zulässt, bleiben nur drei Monate, bis es am dritten Teilstück des Großprojektes Borsberg-/ Schandauer-/Wehlener Straße weiergeht. Zunächst kümmern sich die Dresdner Verkehrsbetriebe um das bisher nur einseitig befahrene Teilstück der Ludwig- Hartmann- Straße. Dort sollen die Straßenbahnen künftig auf zwei Gleisen rollen, um Zeitverluste im Fahrtrakt zu vermeiden. Zudem wird die Gleiskreuzung zur Wehlener Straße erneuert. Die Stadt baut parallel an der Straße. Über den zeitlichen Ablauf und mögliche Einschränkungen sowie erforderliche Umleitungen wird im Januar informiert. Im Anschluss daran will die Stadt am 1. Juli mit der Sanierung des Abschnittes von der Ludwig- Hartmann bis zur Ankerstraße beginnen. Die Arbeiten sollen bis 13. November abgeschlossen sein. Auch für die weitere Strecke bis zum Straßenbahnhof ist das Genehmigungsverfahren abgeschlossen. Am Straßenbahnhof beginnen zudem die Arbeiten am Bau der neuen Wendeschleife. Der genaue Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest. Bislang gibt es dort nur ein Gleisdreieck. Mit dem Rangieren der Straßenbahnen sind Wartezeiten für den Straßenverkehr verbunden.Mit der neuen Gleisschleife kann Fahrzeit eingespart werden. Die Bahnen rollen dann von der Wehlener Straße nach rechts in die Schlömilchstraße und durch das Gelände des Straßenbahnhofs zurück auf die Wehlener Straße. Der neue Schulstandort, der auf dem Areal des Straßenbahnhofes entstehen soll, erhält eine neue, behindertengerechte Haltestelle. Der Gleisschleife müssen drei alte Werkhallen der Verkehrsbetriebe weichen. Rund 1,5 Millionen Euro wollen die DVB in den Neubau investieren, davon 450.000 Euro allein für den Abriss.

Auch in den kommenden Jahren hören die Arbeiten an der Ost- West- Tangente nicht auf. 2016/17 will die Stadt Hochwasserschäden auf der Wehlener Straße von der Schlömilchstraße bis zur Österreicher Straße beseitigen. Die Flut 2013 hat enorm am Unterbau der Laubegaster Magistrale genagt. Gutachter haben nach dem Hochwasser die Gleisanlagen akribisch untersucht. „Die Strecken zwischen Tolkewitzer Rittershausstraße und Österreicher Straße in Laubegast standen lange unter Wasser, und es entstanden erhebliche Schäden in den Tragschichten unterhalb der Fahrbahndecke“, sagt Falk Lösch, der Sprecher der Verkehrsbetriebe. Die Arbeiten sollen in mehreren Abschnitten erfolgen. Teilstücke sind der Bereich von Alttolkewitz bis zur Rittershausstraße sowie von Alttolkewitz bis zur Donathstraße.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 30. Dezember 2014

 

06.01.2015; 17:40 [02]

Rückblick auf die Schandauer Straße

Das Straßenbauprojekt hat die Ost- West- Verbindung deutlich verbessert. Es brachte aber auch zahlreiche Probleme mit sich.

Wo fährt eigentlich heute mein Bus ab? Diese Frage haben sich Fahrgäste der Dresdner Verkehrsbetriebe den Sommer über häufig gestellt. Denn seit ab April auf der Schandauer Straße zwischen Junghans- und Ludwig- Hartmann- Straße gebaut wurde, veränderten sich die Verkehrsführungen teilweise mehrfach pro Woche. Nicht nur die Ersatzbusse der Linien 4 und 10 waren davon betroffen, auch Autofahrer brauchten Geduld und gute Nerven, um dem Umleitungs- Chaos zu entgehen. Striesener Anwohner fanden kaum noch Parkplätze, weil die Ersatzbusse nun über Nebenstraßen fuhren. Eine regelrechte Durststrecke war der Straßenbau für die Gewerbetreibenden am Teilstück. Denn obwohl sie teilweise sogar mit großen Werbebannern auf Ihr offenes Geschäft oder Restaurant hinwiesen, war vielen Kunden der Weg dorthin zu beschwerlich.

Doch seit dem 27. November rollt der Verkehr wieder ohne Einschränkungen auf der einstigen Holperpiste. Die Straßenbahnen waren bereits einen Monat eher auf den neuen Gleisen unterwegs. Fuß- und Radwege auf dem rund 1.100 Meter langen Bauabschnitt der Schandauer Straße sind wie die Fahrbahnen völlig neu gebaut worden. Rund 4,3 Millionen Euro hat die Stadt in den Ausbau investiert. Weitere 4,5 Millionen haben die Dresdner Verkehrsbetriebe und rund 2,6 Millionen Euro die Stadtwerke Drewag beigesteuert.

Mit dem Ausbau hat sich nicht nur die Straßenqualität erheblich verbessert. Auch die Verkehrssicherheit ist gestiegen. Sämtliche Haltestellen im Bauabschnitt sind nun barrierefrei nutzbar. Radfahrer haben separate Spuren auf beiden Seiten. Der Abstand zwischen den Gleistrassen wurde erweitert, sodass künftig breitere Straßenbahnwagen zum Einsatz kommen können. Das einstige Kopfsteinpflaster, das bei Regen eine rutschige Angelegenheit wurde, ist Asphalt gewichen. Und der heikelste Punkt der Strecke, die Brücke über den Grunaer Landgraben, ist komplett neu gebaut. Der frühere Huckel, den die Bogenbrücke bildete und der die Sicht stark einschränkte, ist durch einen flachen Beton- Neubau ersetzt worden. Bei Starkregen staut sich das Wasser nicht mehr an der Brücke. Und es ist ein Damm für Fischotter eingebaut, damit die Tiere unterhalb der Verkehrsader durchlaufen können. Die Stadtentwässerung hat unter der Fahrbahn ein Bauwerk errichtet, in das Sammelkanäle münden – eine Auffangmöglichkeit.

Auch im Untergrund hat sich vieles verbessert. Drewag und Stadtentwässerung nutzen die Komplettsperrung des Straßenabschnittes, um sämtliche Leitungen für Gas, Trinkwasser, Strom, Fernwärme und Abwasser zu erneuern. Dabei gab es auch eine böse Überraschung. Kontrolleure hatten bei einer routinemäßigen Untersuchung fehlerhafte Schweißmuffen an den Kunststoffleitungen entdeckt. An der betreffenden Stelle traten geringe Mengen Gas aus. Daraufhin mussten die gerade erst fertiggestellte Gasleitung auf 420 Metern Länge nochmals ausgegraben und die 25 Muffen vorsorglich ausgetauscht werden. Zum Glück für die Drewag lag ein Materialfehler vor. Deshalb konnten die Reparaturkosten als Garantieleistung geltend gemacht werden. Und auch der Zeitverzug wurde durch eine veränderte Arbeitsorganisation wieder aufgeholt.

Ein Aspekt allerdings schlägt gewaltig zu Buche. Der Ausbau des zweiten Abschnittes der Schandauer Straße kostete 1,1 Millionen Euro mehr als geplant. Das lag daran, das die meisten Baufirmen nach der Flut 2013 ausgebucht waren und Preise erhöhen konnten. Auch die Komplettsperrung verteuerte die Arbeiten, da die zahlreichen Umleitungsstrecken gesichert werden mussten.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 30. Dezember 2014

 

01.01.2015; 18:34 [01]

Neubaustrecke nach Weißig verschiebt sich

Es ist ruhig geworden um die geplante Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 von Bühlau nach Weißig. Dafür gibt es einen Grund. "Wahrscheinlich wird das Projekt nicht bis 2020 gebaut", sagte jetzt Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. Als Grund dafür nannte er, dass die Straßenbahn in Weißig nicht durchgehend zweigleisig fahren könnte. Eingleisige Abschnitte würden aber nicht mehr den heutigen Verkehrsanforderungen entsprechen und seien auch nicht förderfähig. "Es wird aber auch nach 2020 noch Förderprogramme für den Bau von Straßenbahnlinien geben, da bin ich mir sicher. Jetzt muss erstmal eine geeignete Streckenführung gefunden werden", so Koettnitz. Für eine weitere Stadtbahnlinie der DVB gibt es dagegen schon genaue Pläne. Die Strecke soll von der Kesselsdorfer Straße über die Nossener Brücke, die Nürnberger Straße, den Zelleschen Weg bis zum Wasaplatz führen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 23. Dezember 2014





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