Nahverkehrs - News 2019


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18.04.2019; 16:36 [04]

CarGoTram gegen Diesel – Fahrverbote?

Gegen Abgase und verstopfte Straßen im Zentrum: Die Dresdner CarGoTram transportiert Autoteile aus dem VW- Güterverkehrszentrum in die Gläserne Manufaktur. Das Vorzeigeprojekt einer umweltfreundlichen Güter- Straßenbahn rückt mit drohenden Diesel- Fahrverboten nun wieder in den Fokus.

311.000 Kilometer, eine Strecke fast bis zum Mond. So viel haben die beiden blauen CarGoTrams in Dresden schon zurückgelegt. „Von außen nach Innen“, beschreibt VW- Logistikleiter Mario Blank (47) das klimafreundliche Transport- Konzept. So liefern täglich 40 Brummis aus ganz Europa E- Golf- Teile wie Verkleidung, Scheiben, Airbags ins zentrumsferne VW- Lager in der Friedrichstadt (Potthoffstraße). Arbeiter verladen die Güter dort in die CarGoTram, für die ein Gleisanschluss gelegt wurde. Sechs Mal täglich rollt die Bahn ins 5,5 Kilometer entfernte VW- Werk (über Bahnhof Mitte, Postplatz, Straßburger Platz) – und zurück..

Eine Fahrt dauert etwa 25 Minuten.Wir reihen uns zwischen die regulären Bahnen ein“, sagt Marco Kraut (45). Er ist einer von sechs Fahrern einer DVB- Tochterfirma, der sich ins blaue Cockpit setzen darf. Weitere Personen dürfen nicht mitfahren.

Der Öko- Vorteil: Laut Logistik- Leiter Blank ersetzt die CarGoTram jeden Tag zwölf bis 15 LKW- Fahrten. Damit verursache sie nur etwa die Hälfte an CO²- Emissionen. Diese lägen sogar bei Null, würden die DVB gänzlich auf grünen Strom setzen.

Das Problem: Nur bei hoher Auslastung rechnet sich die CarGoTram auch finanziell im LKW- Vergleich. Vorm Start der Güterbahn 2001 waren bis zu 30 Fahrten täglich geplant. Das war jedoch schon zu Phaeton- Hochzeiten schwierig.

Dennoch ist das Dresdner Modell, was um die Jahrtausendwende nach Stadtrats- Auflage entwickelt wurde, vorm Hintergrund des Klimaschutzes aktuell wie nie. Kommunen grübeln, wie sie die Innenstädte sauberer bekommen. Auch unser Rathaus hat die Güterstraßenbahn für die Citylogistik weiter auf dem Schirm. Anfragen zur CarGoTram kommen bis heute aus der ganzen Welt. Zuletzt prüfte Berlin das Konzept für Trams und U- Bahnen. In Zürich wird Sperrmüll auf Schienen transportiert. Frankfurt experimentiert mit Bahnen, die Post befördern. Und auch in München gibt es Initiativen zu einer „Packerl- Tram“. Damit könnte die Dresdner CarGoTram also noch spät Schule machen.

Quelle: Dresdner Morgenpost vom 01.04.2019

 

14.02.2019; 19:44 [03]

Wieder mehr Fahrgäste in Bus und Bahn

Seit drei Jahren legen die Verkehrsbetriebe deutlich zu. Inzwischen denken sie schon bis zum Jahr 2028.

Es wird eng in den Bussen und Straßenbahnen. Denn Jahr für Jahr steigen mehr Fahrgäste ein. Drei Millionen zusätzliche Kunden haben die Verkehrsbetriebe im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 gewonnen. Insgesamt 163,3 Millionen Menschen sind 2018 mit den gelben Fahrzeugen mitgefahren, berichtete am Donnerstag Unternehmensvorstand Andreas Hemmersbach.

Und es geht genauso weiter, prognostizieren die Verantwortlichen des Nahverkehrsunternehmens mit Blick auf die Entwicklung der Einwohnerzahl und die Verkehrswende. In etwa vier Jahren könnte die 170 Millionen- Grenze erreicht sein, in reichlich zehn Jahren ist es nicht mehr weit bis zur 180 Millionen- Marke.

Den positiven Trend bestätigenauch die Zahlen aus den S- Bahnen. Sie liegen noch nicht komplett vor, aber der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) meldet mehr Fahrgäste auf den innerstädtischen Strecken der S1 (Meißen- Schöna) und der S2 (Pirna- Flughafen Dresden). An der Stadtgrenze zwischen Dresden und Radebeul kletterte die Zahl der Fahrgäste von 2017 zu 2018 um neun Prozent, teilt der VVO mit. Das entspricht 780 S- Bahn- Kunden pro Werktag.

Den steigenden Fahrgastzahlen wollen die Dresdner Verkehrsbetriebe mit Linienänderungen, größeren Straßenbahnen und einem dichteren Takt begegnen. Das fängt noch in diesem Jahr an. Die Buslinien 75 (Pirnaischer Platz- Goppeln) und 94 (Postplatz- Cossebaude / Niederwarta) sollen zu einer Linie werden und die Busse ab 2020 alle zehn Minuten fahren.In drei Jahren kommen die Straßenbahnlinien 4, 6, 10, 12 und 13 nicht mehr ohne die ganz langen Züge aus, die jetzt zum Beispiel auf der Strecke der 7 und 11 fahren. Dann sollen auch die neuen Straßenbahnen im Einsatz sein. Hemmersbach rechnet mit dem Testzug schon im nächsten Jahr.

Die breiteren Bahnen sollen zuerst dort fahren, wo die Gleise dafür schon den richtigen Abstand haben und besonders viele Fahrgäste unterwegs sind. Martin Gawaöek, zuständig für das DVB- Verkehrsmanagement, kündigt an, dass das die Linien 2, 3 und 7 sein werden. Dafür könnten dann die ersten 30 Meter- Bahnen aufs Abstellgleis fahren. Denn für die kurzen Züge haben die DVB dann kaum noch Verwendung. Wie viele davon dann ausgemustert werden könnten, steht noch nicht fest.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 08. Februar 2019

 

13.01.2019; 23:43 [02]

Abschied von der Wasastraße

Am Montag rollt die letzte Linienbahn über den Abschnitt. Am Sonntag wird es historisch.

Mit dem Bau der neuen Straßenbahntrasse auf der Oskarstraße ist nun auch das Ende der Strecke über die Wasastraße eingeläutet. Nach 122 Jahren fahren in der Nacht zum Montag zum letzten Mal Straßenbahnen auf der Wasa- und Franz- Liszt- Straße. Der letzte Linienwagen passiert die Wasastraße am Montagmorgen, 3:59 Uhr, als Linie 13 in Richtung Prohlis. Danach ist Schluss. Dann beginnt der Umbau für die künftige Streckenführung vom Wasaplatz über S- Bahn- Haltepunkt Strehlen. Zum Abschied bietet das Straßenbahnmuseum am Sonntag allen Bahnbegeisterten Sonderfahrten mit einem historischen Fahrzeug über die Trasse an.

Von 13 bis 15 Uhr fährt stündlich ein Gotha- Straßenbahnzug, Baujahr 1960, vom Straßburger Platz zur Hugo- Bürkner- Straße. Startpunkt ist die Haltestelle der Linie 10. Gehalten wird bei der Fahrt über Lenne-, Tiergarten-, Franz- Liszt-, Wasa- und Lockwitzer Straße an jeder regulären Station. Die Fahrt kostet pro Richtung für Erwachsene drei, ermäßigt zwei und für die ganze Familie sieben Euro.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 12./13. Januar 2019

 

12.01.2019; 16:12 [01]

Mehr Zuschuss der TWD an die DVB

Seit 13 Jahren gilt bei der DVB ein eisernes Dogma: Maximal 40 Millionen Euro dürfen die Verkehrsbetriebe jährlich Verlust machen. Das ändert sich ab diesem Jahr. Für 2019 genehmigte der Aufsichtsrat ein Minus von bis zu 42,5 Millionen Euro. Mittelfristig wird das auf 45 Millionen Euro steigen.

Der Verlust wird weiterhin durch Gewinne innerhalb der Technischen Werke (DREWAG+ENSO) abgefedert. Einer der Hauptgründe für das neue Limit ist kurioserweise der Erfolg der Verkehrsbetriebe: Weit über 160 Millionen Fahrgäste pro Jahr füllen Busse und Bahnen mittlerweile so stark, dass zusätzliche Busse und Bahnen samt mehr Personal gebraucht werden. Zudem erfüllen die DVB immer mehr Wünsche der Politik. Egal ob neue Buslinien in den Stadtteilen, ein immer stärker genutztes Sozialticket oder häufigere Fahrten nachts: All das muss bezahlt werden. Durch neue Tarifabschlüsse steigen die Löhne stärker als erwartet.

Die rasant gestiegenen Fahrgastzahlen erfordern neue Angebote. Zudem bleiben die Fahrpreise 2019 stabil. Wir benötigen daher erstmals mehr Geld von der Stadt. Aber es ist gut angelegtes Geld“, so Sprecher Falk Lösch. Der Kostendeckungsgrad der DVB liegt damit bei etwa 80 Prozent, mehr als in vielen vergleichbaren Städten. Andere Verkehrsbetriebe fahren maximal 85 Prozent ein.

Dennoch sorgen die Extra- Millionen auch für Unruhe. Der zusätzliche Verlust wird zwar durch die Technischen Werke aufgefangen, dennoch fehlt das Geld

damit für andere Projekte. Kritiker werfen den Verkehrsbetrieben zudem vor, nicht effizient genug zu arbeiten.

Die Zahlen ergeben ein anderes Bild. Anfang der 90er- Jahre machten die DVB 100 Millionen Euro Miese, 2005 waren es 55 Millionen. Den geringsten Zuschussbedarf mit 38 Millionen Euro gab es 2010.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 07. Januar 2019





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