Nahverkehrs - News 2015 (Teil 2)


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Nahverkehrs - News 2015 (Teil 1)


28.12.2015; 17:04 [67]

Prüfung der Buslinie 98c

Die Ortsvorsteherin von Schönfeld- Weißig lässt nicht locker: Die Buslinie 98c soll endlich wie geplant von Borsberg bis Pillnitz fahren. Dafür gab es Ende November eine weitere Befahrung der Hochland- und Wünschendorfer Straße. Sie habe ergeben, dass die Strecke nicht steiler oder schmaler als die Staffelsteinstraße ist, so Ortsvorsteherin Daniela Walter (CDU). Und dort fahre ein Bus. Die Stadt habe es jedoch abgelehnt, die 98cnach Pillnitz fahren zu lassen. Nun soll das Straßen- und Tiefbauamt erneut prüfen, ob die von vielen Anwohnern dringend benötigte Buslinie endlich fahren kann. Ende Januar sollen die Ergebnisse vorliegen, so Walter.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 23. Dezember 2015

 

21.12.2015; 20:04 [66]

Neue Gelenkbusse für die DVB

Die Verkehrsbetriebe kaufen 40 neue Busse. Dadurch sinkt auch die Belastung durch Stickoxide im Abgas.

Weihnachtsgeschenk für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB): Am Freitag haben DVB- Vertreter 20 neue Busse auf dem Hof des Mercedes- Werks in Mannheim begutachtet. Und abgenommen. Bis Weihnachten sollen die Gelenkbusse nach Dresden überführt werden. Die Modelle der Marke Mercedes Citaro sollen ältere und kleinere Wagen der DVB- Flotte ersetzen. Rund 300.000 Euro kostet einer der modernen Gelenkwagen. Insgesamt 146 Busse rollen derzeit für die Verkehrsbetriebe durch Dresden. Über mehrere Jahre hatte der Freistaat die Förderung neuer Fahrzeuge eingestellt. Die Dresdner Flotte drohte deshalb zu veralten. Immerhin bringen die Busse je nach Linie gut Hunderttausend Kilometer im Jahr zusammen.

Auch Umweltvorschriften werden immer weiter verschärft. Deshalb kaufen die DVB nun einen größeren Posten des süddeutschen Hersteller Mercedes. Im neuen Jahr sollen noch einmal 20 Fahrzeuge des LKW- und Busproduzenten MAN angeschafft werden, teilen die DVB mit. Die neuen Mercedes- Busse erfüllen die Euro- 6- Norm und stoßen bei einer Beladung mit drei Tonnen nur genauso viel Stickoxide aus wie ein normaler PKW. Außerdem brauchen sie etwa fünf Prozent weniger Dieselkraftstoff gegenüber früheren Modellen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 19./20. Dezember 2015

 

14.12.2015; 16:06 [65]

DVB ermöglicht Zutritt zur Luisenhof- Terrasse

Die Verkehrsbetriebe bieten Fahrgästen der Standseilbahn ein besonderes Erlebnis. Ein Vertrag macht das möglich.

Vom Loschwitzer Elbhang die Aussicht auf Dresden genießen – ab Sonnabend ist das vom Luisenhof aus wieder möglich. Die Terrasse des ehemaligen Restaurants wird für Fahrgäste der historischen Standseilbahn geöffnet, teilten die Verkehrsbetriebe am Donnerstag mit. Über die Treppe des Haupteingangs können die Gäste ab dem Wochenende täglich zwischen 10 und 20 Uhr direkt auf die Terrasse gehen.

Damit der Aussichtspunkt nicht weiter ungenutzt bleibt, haben die Verkehrsbetriebe einen Vertrag mit dem Eigentümer des Gebäudes abgeschlossen. Momentan werde außerdem darüber verhandelt, die Terrasse nicht nur als Aussichtspunkt, sondern auch gastronomisch zu nutzen. Ähnlich wie beim kleinen Café an der oberen Station der Schwebebahn könnten dann auch Speisen und Getränke angeboten werden. Neuer Betreiber des Luisenhofes werden die Verkehrsbetriebe aber nicht stellt das Unternehmen klar.

Wann die Gaststätte wieder öffnet , steht derzeit noch nicht fest. „Wir sind seit Längerem im Gespräch mit zwei Interessenten“, sagt Makler Julian Dippel. Die Entscheidung hänge nun hauptsächlich davon ab, ob die Interessenten das Kapital für die Immobilie aufbringen können. Dass jetzt zumindest die Terrasse für Besucher geöffnet wird, sieht der Makler als Vorteil. So kämen mehr Gäste zum Gebäude. Seit Juli ist der Luisenhof geschlossen. Wirt Armin Schumann hatte sein Restaurant nach 13 Jahren aufgegeben, nachdem sich die Pacht deutlich erhöhen sollte.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 11. Dezember 2015

 

22.11.2015; 20:58 [64]

MAN-Bus ausgebrannt

Ein Linienbus der RVD (Linie 333) ist am Freitagmittag (20.12.2015) auf der B173 in Flammen aufgegangen. Eine schwarze Rauchwolke stieg auf. Der Bus brannte vollständig aus, alle Fahrgäste konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Fahrer hatte den Bus rechtzeitig gestoppt. Der Bus war in Richtung Kesselsdorf unterwegs, als kurz vor der A17-Auffahrt das Heck Feuer fing. Die Flammen griffen rasch auf den gesamten Bus über. Der Fahrer hatte noch versucht, mit einem Feuerlöscher zu löschen, der Bus stand allerdings bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Die Feuerwehr löschte das Fahrzeug dann mit Schaum. Die B173 war zwischen Gompitz und Altfranken während der Löscharbeiten voll gesperrt.Laut Polizei gab es keine Verletzten. Vermutlich gab es am Bus einen technischen Defekt. Davon geht auch der RVD aus. Das müssten nun genauere Untersuchungen ergeben. Das Buswrack wurde abtransportiert. Der Schaden wird laut eines Sprechers wohl in die Hunderttausende gehen.

Quelle: www.radiodresden.de (21.12.2015?)

 

21.11.2015; 20:28 [63]

Paten für ausländische Studenten zu Weihnachten gesucht

Viele Studenten aus dem Ausland sind Weihnachten allein. Ein Verein sucht mit der DVB Paten. David Heintze ist einer der ersten.

Allein im leeren Studentenheim? Und das in der Weihnachtszeit? Für viele ausländische Studenten an Dresdens Hochschulen, denen das Geld oder die Zeit für die Heimreise zur Familie fehlen, wird es Weihnachten einsam. Das muss doch nicht sein, dachte David Heintze.

Der Mediengestalter und Grafiker hatte von seinem Bürokollegen von der Aktion X- Mas Tram gehört. Dabei verbringen Dresdner Zeit mit Studenten, zeigen ihnen die Stadt, treffen sich zum Spieleabend oder laden sie zum Essen über die Weihnachtsfeiertage zu sich nach Hause ein. „Ich war gleich überzeugt, bei der Idee mitzumachen“, sagt er 29- Jährige. Mit den ausländischen Studenten will er einkaufen gehen und dann gemeinsam kochen. Was genau, hängt davon ab, wer zu ihm kommt. Bis zu drei Leute hat er zu sich eingeladen – gern bunt gemischt: „Ich hätte am liebsten die ganze Welt in meiner Küche“, sagt der 29- Jährige. Platz genug hat er in seiner WG in Pieschen.

Auf viele ähnlich Aufgeschlossene hofft Bert Siegel. Der Bürokollege von Heintze und Initiator der X- Mas Tram hat bereits 13 Dresdner, die sich als sogenannte Paten bereit erklären. Von 2008 bis 2010 hatte er diese Aktion mit den Dresdner Verkehrsbetrieben initiiert. „Das wurde damals gut angenommen. Danach war aber eine Pause, weil ich Dresden zwischenzeitlich verlassen hatte“, sagt Siegel. Der Neustart kommt mit Unterstützung des im Juli gegründeten Vereins X- Mas Tram Dresden. „Dresden ist offen und gastfreundlich. Das wollen wir zeigen“, sagt Siegel. Schirmherrin der Aktion ist Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD).

Allein in den Wohnheimen des Studentenwerks Dresden leben fast 2.000 ausländische Studenten. Am 2. Dezember fahren bis zu 124 mit einer weihnachtlich geschmückten Straßenbahn durch die Stadt. Start ist 18 Uhr an der Gleisschleife Plauen. Nach der Fahrt mit mehrsprachiger Stadtführung steuert die Bahn ab 20 Uhr das Stadtteilhaus Emmers in Pieschen an. Hier gibt es eine Weihnachtsparty mit Büffet, Feuershow und Livemusik, unter anderem von der Banda Comunale. Dabei treffen sich auch zum ersten Mal die Studenten und Paten und verabreden sich. David Heintze ist gespannt und freut sich auf die Feier: „Ein Fremder ist ein Freund, den man noch nicht kennt.“

Quelle: Sächsische Zeitung vom 20. November 2015

 

14.11.2015; 22:05 [62]

Wehlener Straße ab Sonntag für ein Jahr offen

Am Sonntag wird die Ost- Magistrale komplett freigegeben. 2017 gehen die Bauarbeiten weiter.

Langsam rollt der Bagger über den neuen Asphalt. In der Schaufel stapeln sich rot- weiße Absperrbaken. Sie werden bald nicht mehr gebraucht. Denn ab Sonntag gibt es auf der Wehlener Straße keine Baustelle mehr. Ab 3.30 Uhr fahren die Straßenbahnlinien 4 und 6 wieder auf ihrer planmäßigen Strecke nach Laubegast und Niedersedlitz. Im Laufe des Tages wird die Straße auch für den Autoverkehr wieder freigegeben.

Gut fünf Meter über den Baggern schwebt Lutz Grosser in einer Montagekabine zwischen neuen Oberleitungen. Damit die Bahn hier wieder Strom bekommt, muss der 56- Jährige noch einige Anschlüsse zu den Erdkabeln anklemmen. Es sind fast schon edle Metalle, mit denen Fahrleitungsmonteur arbeitet. Kupfer für die Oberleitung, Bronze für die Querseile, die das Gewicht halten müssen. Ein kniffliger Job, vor allem in Kurven, sagt Grosser. „Die Fahrleitung muss sich immer hin- und herbewegen können, damit sich die Stromabnehmerbügel gleichmäßig abnutzen und keine tiefen Rillen darin entstehen.

Nach der Borsberg- und der Schandauer Straße ist damit bald der dritte Abschnitt der Ost- Magistrale saniert. Anfang Juli begannen die Bauarbeitenzwischen Ludwig- Hartmann- Straße und Ankerstraße. Dabei wurde nicht nur der Fahrbahnbelag und die Oberleitungen erneuert. Auch sämtliche Leitungen für Wasser, Strom, Gas und Telefon mussten ausgebessert werden. „Die unterirdischen Baumaßnahmen machten den größten Teil der Sanierung aus“, sagt Drewag- Geschäftsführer Reiner Zieschank. Einige der Wasserleitungen seien rund 100 Jahre alt gewesen. Damit die Anwohner während der Bauarbeiten nicht ohne Wasser und Strom ausharren mussten, wurden Ersatzleitungen gelegt. Das alles sollte so schnell wie möglich gehen. Deshalb wurde der Abschnitt voll gesperrt. „So konnten wir rund ein Drittel der Bauzeit einsparen im Vergleich zu einer halbseitigen Sperrung“, sagt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Für die Straßenbahn verlegten die Bauleute rund 1.500 Meter Schiene. Die Gleise liegen jetzt weiter auseinander. Dadurch können in Zukunft auch breitere Bahnen problemlos aneinander vorbeifahren. Die beiden Stationen am Johannisfriedhof und die stadteinwärts gelegene Haltestelle Ludwig- Hartmann- Straße sind jetzt barrierefrei. Die Fahrgäste können ebenerdig ein- und aussteigen.

Der sanierten Straße mussten sieben Bäume weichen. Dafür wurden insgesamt 22 neue Winterlinden gepflanzt. „Der Baum hat den Vorteil, dass er nicht allzu groß und üppig wird“, erklärt Bauleiter Karl- Günther Geißler. So könne sichergestellt werden, dass die Oberleitungen der Straßenbahn nicht einwachsen. Außerdem wurden die Laternen auf der Wehlener Straße ersetzt. Für Radfahrer gibt es jetzt eigene Fahrstreifen. Insgesamt hat der Ausbau rund fünf Millionen Euro gekostet. Die Kosten teilen sich Stadt, Verkehrsbetriebe und Versorgungsunternehmen.

2016 starten die Bauarbeiten dann auf der Kipsdorfer Straße – in Vorbereitung des Schulneubaus auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahnhofes Tolkewitz. Zur gleichen Zeit beginnt der Bau einer neuen Gleisschleife auf der Schlömilchstraße. Sie soll das bisherige Wendedreieck ersetzen.

Danach geht ab 2017 der Ausbau der Wehlener Straße in Richtung Wasserwerk Tolkewitz weiter. Die Straße wird auch dann wieder voll gesperrt. Der Verkehr muss über die Kipsdorfer Straße umgeleitet werden. Die Verkehrsbetriebe werden erneut Ersatzbusse für die Linien 4 und 6 einsetzen. Die genauen Routen stehen noch nicht fest. Bis dahin kann der Verkehr aber erst einmal für ein Jahr über die Wehlener Straße rollen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 13. November 2015

 

09.11.2015; 22:34 [61]

Planung zur Umgestaltung der Albertstraße?

Der Rahmenplan 2025 legt städtebauliche Perspektiven für das Viertel vor. Die Verkehrswege werden auch neu geordnet.

Die Zukunftsvisionen der Stadt für die Innere Neustadt enden nicht am Neustädter Markt. Auch Dresdens wichtigste Nord- Süd- Achse, die vierspurige Albertstraße, soll zwischen Albertplatz und Carolabrücke komplett umgebaut werden. Das Rathaus möchte diese deutlich schmaler gestalten. Die Straßenbreite von 70 Metern soll etwa halbiert werden. Die Straßenbahn wird von der Seite auf die Mitte der Straße verlegt und bekommt einen eigenen Gleiskörper, in dem Haltestellen und Abbiegespuren integriert werden.

Die marode, längst gesperrte Fußgängerbrücke soll durch einen ebenerdigen Überweg am Archivplatz ersetzt werden.

Die Fahrspuren sollen reduziert werden. Stadtauswärts verliert die Albertstraße dann eine Spur zugunsten der Fahrradwege. Die Stadt könnte bei Ihren Vorstellungen für die künftige Innere Neustadt zudem auf die Wohnbauten der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ) entlang der Sarrasanistraße verzichten. Sie werden aber wieder durch geschlossene Gebäudezeilen ersetzt, die näher an die Albertstraße heranrücken.Die Sarrasanistraße würde somit überbaut und damit dann komplett wegfallen.

Die Vorstellungen der Pläne sind für die WGJ zwar nicht neu. Die Intensität, mit der die Stadt den Rahmenplan gerade vorantreiben will, hat Genossenschaftschef Alrik Mutze dennoch überrascht. Die WGJ habe nichts von der Vorstellung des Planes gewusst. „Das Stadtplanungsamt ist deswegen nicht einmal auf uns zugekommen“, so Mutze. Dabei hat die WGJ bisher immer gut mit dem Rathaus zusammengearbeitet, auch als es um die Sanierung der Blöcke ging. 500 Wohnungen hat die WGJ an der Sarrasanistraße. Die sind gut ausgelastet, die Gebäude sind 2006/07 für 18 Millionen Euro erneuert worden. „Aber wir gehen mit den Plänen der Stadt gelassen um. Es handelt sich schließlich um Privateigentum. Die Wohnungen sind äußerst beliebt. Wir sehen keinen Grund für den Abriss.“

Hinter den Neubauten südlich der neuen Kita an der Hauptstraße plant die Stadt den Sarrasanipark für mehr Wohnqualität der Anwohner. Für den Freiraum wird die Achse der ehemaligen Kasernenstraße geführt, die wieder im heutigem Stadtplan verankert werden soll und die Grünfläche von der Kindertagesstätte trennt. Für die rückwärtige Front der Bauten an der Hauptstraße sieht die Stadt ebenfalls Verbesserungsbedarf. Für den Park plant sie eine Hofbebauung vor mit einzelnen Stadtvillen zur Kante der Grünfläche. Kurzfristig soll die Kasernenstraße außerdem zum Neustädter Markt hin geöffnet werden. Langfristig würde sie mit dem Blick auf das Staatsarchiv abschließen. Auch der Platz vor dem repräsentativen Gebäude soll umgestaltet werden. Er soll dauerhaft wieder die Verbindung zwischen Barock- und Regierungsviertel werden. Neben einer einheitlichen Platzgestaltung für beide Straßenseiten mit verbindenden Elementen wie Bodenbelag oder Bäume, plant die Stadt dort eine neue Haltestelle für den öffentlichen Nahverkehr einzurichten und den Stadtteil noch besser zu erschließen. Auch dort soll die Straßenbreite deutlich schmaler werden. Vorplatzflächen an der Markthalle und am Stadtarchiv sollen den Raum für die Dresdner attraktiver machen und zum Verweilen einladen.

Auch den Carolaplatz, ein Nadelöhr für die 23.500 Kraftfahrzeuge, die täglich die 500 Meter lange Albertstraße passieren, will die Stadt erneuern. So will die Straßenbahn künftig in der Mitte fahren und nicht mehr in Seitenlage geführt werden. Der Kreisverkehr soll zudem zu einer Kreuzung umgebaut werden, auch um den Platz gestalterisch neu aufwerten zu können.

Der Bauausschuss hat eine Entscheidung zu den umfassenden Plänen gestern zunächst vertagt. Die Fraktionen wollen erst beraten und dann Änderungsanträge zum Rahmenplan einbringen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 05. November 2015

 

30.10.2015; 18:47 [60]

Tarifanpassung zum 01. November

Im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) steigen ab November die Fahrpreise für Bus und Bahn um durchschnittlich 1,4 Prozent. Zum VVO gehören auch die Dresdner Verkehrsbetriebe. Für die Einzelfahrt werden künftig 2,30 Euro fällig – zehn Cent mehr als bisher.Die Preise für Fahrten durch zwei und mehr Zonen steigen um 10 bis 20 Cent. Die 4er- Karte zum Normalpreis kostet mit 8,20 Euro 20 Cent mehr. Für Monats- und Abo- Monatskarten sowie Jahreskarten werden rund 1,6 Prozent mehr fällig. Die Abo- Monatskarte für Dresden wird beispielsweise um 70 Cent teurer und kostet dann 49,70 Euro.

Für Fahrgäste gibt es Übergangsregeln. Jahreskarten für 2015 gelten unverändert weiter. Viererkarten können bis zum 31. Januar 2016 abgefahren werden. Alle anderen Einzelfahrscheine und Monatskarten sind noch bis zum 30. November gültig. Die VVO begründet die Preisanhebung mit sinkenden Zuschüssen bei steigenden Ausgaben, bei Personalkosten vor allem durch den Mindestlohn bedingt.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 28. Oktober 2015

Anmerkung stena: Auch wenn es für den Fahrgast sicher nicht angenehm ist das die Fahrpreise steigen, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass die Tarife vom VVO beschlossen werden und nicht die DVB.

Auch wenn ich mich jetzt mal etwas aus dem Fenster lehne, möchte ich mal kurz die Dresdner und die Leipziger Preise vergleichen.

Stundenfahrt für eine Tarifzone: Dresden (neu) 2,30€ [1,60€] und Leipzig 2,50€ [1,00€]

Monatskarte für Tarifzone Dresden: 59€ [44,30€] und Leipzig 69€ [leider nix gefunden]

In den eckigen Klammern befindet sich der Preis für Kinder.

 

13.10.2015; 21:40 [59]

Kontrolleur - ein risikoreicher Job

Bei einer Fahrkartenüberprüfung rastet ein Bahnpassagier aus und schlägt rücksichtslos zu.

Die Fäden sind inzwischen gezogen. Doch die Erinnerung an diesen Arbeitstag wird Frank Schückel wohl noch länger erhalten bleiben. Jedes Mal, wenn er in den Spiegel guckt, wird er die Narbe einer Platzwunde sehen. Ein Fahrgast der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB)brachte dem 45- Jährigen die Verletzung bei, als er das Ticket überprüfen wollte. Seit eineinhalb Jahren arbeitet Schückel als Kontrolleur für ein Sicherheitsunternehmen im Auftrag der DVB. Aber so einen brutalen Angriff hat er bislang noch nicht erlebt.

Es ist der 26. August, ein milder Spätsommertag kurz nach dem Mittag als Schückel an der Karcherallee in die Straßenbahn der Linie 2 einsteigt. Nur wenige Hundert Meter sind es bis zur Zwinglistraße. Als die Bahn losrollt, spricht der Kontrolleur einen Mann an, direkt neben der letzten Tür. Wer den Job macht, bekommt schnell einen Blick dafür, wen er kontrollieren muss und wie er im Zweifelsfall deeskalieren kann. Spezielle Schulungen sind Teil der Ausbildung. In diesem Fall ist es ein Italiener, wie sich später herausstellen soll. „Der wollte mich gar nicht verstehen, als ich ihn nach dem Fahrschein fragte“, sagt Schückel. „Da habe ich es mit Englisch versucht.“ Der Kontrolleur spricht mit dem Italiener, bis die Bahn an der Zwinglistraße zum Stehen kommt, geht mit ihm nach draußen. „Ich wusste, der will wegrennen.“

Instinktiv hält er die Tasche des Schwarzfahrers fest. Ein anderer Fahrgast hilft dabei. Der Italiener widersetzt sich. „Plötzlich konnte der Deutsch und wollte 40 Euro gleich bezahlen“, sagt Schückel. Ich habe ihm erklärt, das kostet inzwischen 60 Euro.“ Dazu kommt meist noch eine Strafanzeige. Schwarzfahrer dürfen festgehalten werden, bis die Polizei kommt. Lässt der Delinquent seinen Ausweis da, kann er gehen.

Schückel prüft das italienische Dokument und die deutsche Krankenkassenkarte. Der Fahrgast sei derweil hin- und hergelaufen und habe mit drohendem Unterton gesagt: „Das ist nicht das letzte Mal, dass wir uns sehen.“ Dann versucht er, dem Kontrolleur seine Papiere zu entreißen. Schückel versucht, sie hinter dem Rücken zu verstecken. Den Angriff kann er deshalb nicht mehr abwehren. Mit der Stirn verpasst der Italiener dem Kontrolleur eine heftige Kopfnuss. Die Haut über der linken Augenbraue platzt auf. „Ich habe sofort richtig krass geblutet“, sagt Schückel. Der brutale Schwarzfahrer rennt weg, seine Papiere bleiben liegen. Die gibt Schückel wenig später der Polizei. Ein Passant ruft ihm zu: „Ich habe für euch Kontrolleure eigentlich nichts übrig, aber das geht zu weit.“ Dieser Mann habe dann auch den Rettungswagen angerufen, erinnert sich Schückel.

Den Schock über die Gewaltattacke hat er immer noch nicht überwunden. „Tätliche Angriffesind fast schon normal, aber nicht so extrem, sagt er. Am schlimmsten seien Fahrgäste aus dem arabischen Raum, wenn sie erwischt werden. Schückel ist nicht der Einzige, der immer wieder angerempelt wird. „Eine Kollegin von mir wurde so heftig geschubst, dass sie sich beim Hinfallen die Schulter gebrochen hat.“

Zum Vorfall mit dem Italiener ermittelt die Polizei nun wegen Körperverletzung und Erschleichung von Leistungen. Der Mann sei in Deutschland geboren, habe aber die italienische Staatsangehörigkeit, sagt Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Es komme vor, dass Kontrolleure angegriffen werden. „Wir werden nur gerufen, wenn es zu einem Gerangel oder Handgreiflichkeiten kommt.“

Der Ruf der Ticketprüfer ist indes nicht der beste. „Kontrollieren wir, werden wir kritisiert, tun wir es nicht kommt ebenso Kritik, man kann es niemandem Recht machen“, sagt DVB- Sprecher Falk Lösch. 50.000 Schwarzfahrerwerden jedes Jahr überführt. Der Schaden für die Verkehrsbetriebe: bis zu drei Millionen Euro. Andere Kunden müssten für diese hohen Verluste aufkommen.

Noch dreister sind Fälscher. „Da wird mit Rasierklinge oder Radiergummi der Stempel weggemacht und das Ticket sieht für Laien wie neu aus“, sagt Lösch. Kontrolleure erkennen die Fälschungen binnen Sekunden. Die Tickets werden eingezogen. In Gerichtsverfahren dienen sie als Beweise. Lösch appelliert an die DVB-Kunden, bei Kontrollen entspannt zu bleiben. „Jeder ehrliche Fahrgast sollte daran interessiert sein, dass wir schwarze Schafe rausfiltern.“

Quelle: Sächsische Zeitung vom 30. September 2015

 

30.09.2015; 21:41 [58]

Erwischt!

Zwei Gütersloher wurden ohne gültigen Fahrschein erwischt. Trotzdem fühlen sie sich diskriminiert. Doch ein Recht auf Kulanz gibt es nicht.

Heinz- Dieter Gärtner kann es immer noch nicht fassen. Der 65- Jährige ist wütend. So hatten er und seine Frau sich den traditionellen Dresden- Urlaub nicht vorgestellt. Seit mehreren Jahren besucht das Paar die Elbestadt. Was als zehntägiger Trip zu Kunst, Kultur und Umgebung geplant war, endete schon am ersten Tag in Ärger und Frust. Am 07. September, 9 Uhr, wollten die beiden mit der Linie 9 von Prohlis aus in die Innenstadt fahren. Am Fahrkartenautomaten kauften sie eine Wochenkarte. „Es regnete. Wir waren froh, dass die Bahn gleich kam“, sagt Heinz- Dieter Gärtner. Dass sie das Ticket in der Bahn entwerten mussten, vergaßen sie im Eifer des Gefechts. Sagen die beiden.

Dass er damit einen Fehler gemacht hat, weiß der Gütersloher. Ihn ärgert etwas anderes. Er fühlt sich diskriminiert. „Neben uns saßen zwei Frauen, die ein ermäßigtes Ticket hatten aber keine Kundenkarte“, sagt er. Mehrmals und laut seien die Frauen darauf hingewiesen worden, dass dies nicht noch einmal passieren darf. Die Kundenkarte muss immer vorgezeigt werden. Eine Strafe bekamen die Frauen nicht. „Die gleiche Kulanz haben wir nicht erfahren“, sagt Heinz- Dieter Gärtner.

Stattdessen sei er provoziert und respektlos behandelt worden. „Der Kontrolleur sprach mich permanent mit junger Mann an und fragte mich bei der Übergabe der Zahlungsaufforderung, ob ich den überhaupt Deutsch lesen könne“, schildert der Rentner das Erlebnis. Mehrmals habe er den respektlosen Umgang montiert und nach den Namen der Kontrolleure gefragt. Die wollten sich jedoch nicht ausweisen, sagt er. Das Paar kassierte schließlich eine Zahlungsaufforderung über je 60 Euro.

Auch beim Kundencenter erfuhr Gärtner nicht das Recht, das er sich vorgestellt hatte. Ein Mitarbeiter bot an, dass er und seine Frau wegen des vergessenen Entwertens nur noch jeweils 15 Euro zahlen. „Aber damit hätte ich ja das diskriminierende Verhalten der Kontrolleure gebilligt“, sagt er. Frustriert brachen beide schließlich am 10. September den Urlaub kurzfristig ab. „Nach Dresden kommen wir nie wieder“, sagt der Rentner.

Doch ob das Geschilderte wirklich so passiert ist, daran gibt es Zweifel. Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), erzählt eine andere Version. Zum einen müsse das Paar gewusst haben, dass es das Ticket entwerten muss, sagt er. Schließlich seien die beiden schon einmal bei einem Dresden- Besuch erwischt worden. Damals hatten sie statt eines normalen ein ermäßigtes Ticket gekauft. Zum anderen bestehe zwischen den beiden Frauen und dem Paar durchaus ein Unterschied. „Die Frauen hatten einen gültigen Fahrausweis“, sagt er. Zwar besteht die Pflicht, die Kundenkarte dabeizuhaben. Die Kontrolleure können aber vor Ort überprüfen, ob diese tatsächlich registriert ist. Dann sei Kulanz möglich. „Gärtners dagegen hatten gar keinen gültigen Fahrausweis“, sagt Lösch. Auch hier sollen die Kontrolleure zunächst bereit gewesen sein, Kulanz zu zeigen. Doch die Situation eskalierte. „Herr Gärtner diskutierte sehr heftig, ließ die Mitarbeiter nicht mehr zu Wort kommen“, sagt Falk Lösch. Deshalb bekam er die Zahlungsaufforderung.

Durch Schwarzfahrerei entsteh den DVB jährlich ein Schaden von bis zu zweieinhalb Millionen Euro. Um die 50.000 Leute werden pro Jahr ohne gültigen Fahrschein erwischt. Nicht alle sind Schwarzfahrer. „In bestimmten Situationen besteht die Möglichkeit, die 60 Euro Strafgeld zu minimieren, zum Beispiel bei Touristen“, sagt Falk Lösch. „Einen Anspruch auf diese Kulanz gibt es aber nicht.“

Heinz- Dieter Gärtner hat schließlich die 120 Euro überwiesen. „Das Geld ist weg“, sagt er resigniert. Er bleibt bei seiner Version vom schlechten Umgang der Kontrolleure ihm gegenüber. Das er daran nicht ganz unschuldig ist, will er nicht gelten lassen. „Das war Willkür.“

Quelle: Sächsische Zeitung vom 19./20. September 2015

 

27.09.2015; 21:35 [57]

Sozialticket kommt nun doch noch dieses Jahr

Nach langem Hin und Her steht nun fest, dass Dresden bei den Fahrscheinen überhaupt nicht sparen muss.

Doch keine Haushaltssperre für das Sozialticket: Bedürftige können ab dem 01. November günstiger mit Bus und Bahn fahren. Der halbe Fahrpreis für Abo- Monatskarten ist bereits im Juli vom Stadtrat beschlossen worden, dann verschlechterte sich allerdings die Finanzlage, und die Stadt stoppte vorigen Monat zumindest teilweise weitere Ausgaben. Nun hat das Rathaus die Entscheidung zum Sozialticket noch einmal geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass der Rabatt für Bedürftige nicht unter die Haushaltssperre fällt. Das Geld ist durch den Stadtratsbeschluss schon fest eingeplant gewesen, sagte Stadtsprecher Kai Schulz gestern. Die Sperre gelte nicht für den gesamten städtischen Haushalt. Somit wird das neue Ticket pünktlich Anfang November eingeführt. Für November und Dezember sind 120.000 Euro für das Sozialticket eingeplant. Berechtigt sollen Inhaber des Dresden- Passes sein. Die bisher gewährten Rabatte sind nicht an die jährlichen Preissteigerungen der Fahrkarten gekoppelt gewesen und fielen demnach jedes Jahr niedriger aus. Rund 6.000 Dresdner haben die günstigeren Abo- Monatskarten im vergangenen Jahr genutzt. 21.000 Menschen kauften die 4er- Karte, für welche die Stadt ab dem 01. November 25 Prozent der Kosten übernehmen wird.

Die zunächst angekündigte Verschiebung des Tickets auf nächstes Jahr sorgte im Stadtrat für Wirbel. Per Eilantrag wollte die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit den Beschluss umsetzen lassen, das scheiterte jedoch. Die jetzige Entscheidung, das Ticket pünktlich einzuführen, ist mit dem Finanzbürgermeister abgestimmt. Laut seiner Rechnung werden elf Millionen Euro im Stadthaushalt fehlen. Durch die letzte Haushaltssperre konnte eben dieser Betrag eingespart werden.

Das Sozialticket kommt noch rechtzeitig, denn zum 01. November steigen die Ticketpreise im Verkehrsverbund wieder. Damit hätten auch Bedürftige mehr bezahlen müssen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 22. September 2015

 

21.09.2015; 10:13 [56]

Standseilbahn verliert und Schwebebahn gewinnt Fahrgäste

Seit der Luisenhof geschlossen ist, fahren die Touristen lieber nach Oberloschwitz. Dort gibt es den Blick auch ohne Lokalbesuch.

Gerade in ihrem 120. Jubiläumsjahr gehen der Standseilbahn die Fahrgäste verloren. Bisher lag sie stets deutlich vor der benachbarten Schwebebahn. Und von Januar bis Juni bestätigte sich der Trend erneut. Fuhren 194.895 Gäste zum Weißen Hirsch, entschieden sich nur 153.397 für Oberloschwitz. Doch im Juli büßte die Standseilbahn diesen Vorsprung ein. Sie konnte nur noch 22.050 Besucher gewinnen, während 31.350 die Schwebebahn nutzten. „Das ist tatsächlich ungewöhnlich, weil die Standseilbahn über viele Jahre hinweg das Zugpferd unserer beiden historischen Bergbahnen war“, sagt Falk Lösch, der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe.

Der Hauptgrund dafür dürfte die Schließung des Luisenhofes sein. Gastronom Armin Schuhmann zog sich als Pächter zurück, nachdem die neuen Besitzer 5.000 Euro mehr Miete pro Monat gefordert hatten. Ein neuer Betreiber ist nicht in Sicht. Zwar hat Makler Joel Rosenberg nach eigenen Aussagen derzeit mehrere aussichtsreiche Interessenten an der Hand. Doch der Verwalter des Luisenhofes warnt vor zu großen Erwartungen. „Diese Gespräche dauern lange. Wir haben unsererseits geprüft, dass die Bewerber sowohl fachlich als auch finanziell geeignet sind. Aber es gibt keinen Zeitplan, bis wann wir den Luisenhof wieder eröffnen müssen“, sagt Rosenberg. Derzeit würden Bauarbeiten an feuchten Gebäudeteilen vorbereitet. Doch auch das gestaltete sich mit der Eigentümergemeinschaft am Luisenhof schwierig.

Nutznießer der veränderten Situation sind die Gastronomen an der Schwebebahn. Vor allem Cafébetreiber Martin Wiese hat bis zu 30 Prozent mehr Gäste. Die Stadtrundfahrt hat ihre Route verändert und hält jetzt an der Schwebebahn statt vorher nahe der Standseilbahn“, sagt der Gastronon.

Ihn freut´s und die Gäste ebenfalls. „Es gibt einige, die vorher schon mal Standseilbahn gefahren sind. Sie sagen mir, dass es den Blick umsonst nur bei uns gibt. Denn drüber musste man wirklich in den Luisenhof gehen.um über Dresden blicken zu können“, sagt Wiese. Und auch die schöne Aussicht profitiert von den veränderten Bedingungen. Hausleiter Patrick Noack verzeichnet einen Anstieg seiner Gäste um rund zehn Prozent. „Doch vor allem bei größeren Feiern merken wir, dass ein Mitbewerber nicht mehr da ist“, so Noack, der seit März 2014 im Restaurant Schöne Aussicht arbeitet.

Für die Verkehrsbetriebe gibt es trotz rückläufiger Fahrgastzahlen an der Standseilbahn keinen Grund, den Betrieb der Bahn einzustellen. „Beide Bergbahnen können nicht kostendeckend betrieben werden. Aber es sind technische Denkmale und wir möchten sie natürlich so gut wie möglich erhalten.“ Es sei im Interesse der DVB, dass sich für den Luisenhof wieder ein neuer Betreiber findet. „Mit dem würden wir gern auch einige gemeinsame Aktionen starten, wie wir es mit Armin Schuhmann und seinem Vorgänger gemacht haben“, sagt Lösch.

Das Jubiläum der Standseilbahn wird trotzdem gebührend gefeiert. Es gab Lesungen in der Kabine und verschiedene Kinderveranstaltungen. Höhepunkt ist wie jedes Jahr wieder die Halloween- Party am 31. Oktober inklusive Jubiläumsfeier.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 17. September 2015

 

08.09.2015; 22:38 [55]

Neues Sozialticket noch nicht beschlossen

Die Haushaltssperre wird vorerst nicht aufgehoben, um günstigere Tickets zu ermöglichen. Dafür steigen die Fahrpreise pünktlich.

Bedürftige müssen um günstigere Fahrscheine bangen: Der Stadtrat konnte die Haushaltssperre für höhere Rabatte beim Sozialticket nicht aufheben. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat den von Rot- Grün- Rot gestellten Eilantrag abgelehnt, da seiner Ansicht nach keine Eilbedürftigkeit bestünde. Der halbe Fahrpreis für Abo- Monatskarten ab 01. November war bereits beschlossene Sache, bis sich die Finanzlage der Stadt im August verschlechterte und der Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) neue Ausgaben stoppte.

Vom Tisch ist das neue Sozialticket aber noch nicht, betonte Hilbert. Der Finanzausschuss soll sich am 14. September damit beschäftigen. Denkbar wäre auch, dass die günstigeren Fahrscheine erst zum 01. Januar eingeführt werden, also zwei Monate nach der nächsten Fahrpreisanhebung. Mit zusätzlichen Kosten sei der spätere Start nicht verbunden, so Vorjohann. Er hofft, mit der Sperre rund elf Millionen Euro einzusparen – so viel Geld, wie im Haushalt wahrscheinlich fehlen wird. Für November und Dezember waren 120.000 Euro für das Sozialticket eingeplant. Berechtigt sollen Inhaber des Dresden- Passes sein.

Die bisher gewährten Rabatte sind nicht an die jährlichen Preissteigerungen der Fahrkarten gekoppelt und fallen demnach jedes Jahr niedriger aus. Rund 6.000 Dresdner haben die günstigeren Abo- Monatskarten im vergangenen Jahr genutzt. 21.000 Menschen kauften die 4er- Karte, für welche die Stadt ab 1. November 25 Prozent des Preises übernehmen sollte. Wie lange die Haushaltssperre noch aufrechterhalten wird, ist unklar. So steht zum Beispiel noch nicht fest, ob und wie viel mehr Geld die Stadt den Erziehern in Zukunft zahlen muss.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 05./06. September 2015

 

08.09.2015; 22:36 [54]

DVB auf Platz eins

Mit dem Streckennetz und der Schnelligkeit punktet das Unternehmen beim jährlichen Kundenbarometer.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sind spitze. Das sagen zumindest die Fahrgäste. Beim bundesweiten Kundenbarometer unter 31 Verkehrsunternehmen haben die DVB den ersten Platz erreicht – gemeinsam mit den Stadtwerken Münster. Die Schulnote dazu: 2,3. Entsprechend stolz präsentierten die Verantwortlichen gestern die Ergebnisse der Umfrage. Befragt wurden 500 Fahrgäste ab 16 Jahren.

Der Verkehrsverbund Oberelbe erreichte unter den großen Zusammenschlüssen ebenfalls den ersten Platz, der weitere rund 1.000 Kunden befragte. Die Region Dresden sticht damit auch große Wettbewerber wie Hamburg, Frankfurt, Stuttgart oder Nürnberg aus. Vor allem das Linien- und Streckennetz habe die DVB- Kunden überzeugt, aber auch die Servicezentren und die Schnelligkeit der Beförderung. Kritisch sehen die Fahrgäste dagegen die Informationen bei Störungen, das Tarifsystem oder das Preis- Leistungs- Verhältnis. Zum 1. November sollen die Fahrpreise für Bus und Bahn erneut um durchschnittlich 1,4 Prozent steigen. Wie bei den positiven Bewertungen der DVB- Kunden sind auch die negativen immerhin noch ein gutes Stück besser als der Bundesdurchschnitt.

Vor allem im Bereich der Information zu Baustellen haben die Verkehrsbetriebe aufgeholt. Waren die in den vergangenen Jahren eher lückenhaft, gibt es nun eigene Informationsbroschüren zu jeder DVB- Baustelle, die an die Anwohner verteilt wird, sagt Jan Bleis, Chef des Verkehrsmanagements und der Marketingabteilung. In den Faltblättern würden nun detailliert Bauzeiten, Umleitungen und Alternativen dargestellt. Das Abend- und Nachtangebot der DVB landet in den Augen der Kunden eher im Mittelfeld, obwohl es bundesweit zu den Besten gehöre, sagt Bleis. „Wir fahren sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag.“ Das werde möglicherweise nicht so wahrgenommen.

Bei der Preisgestaltung hätten die Verkehrsbetriebe laut Bleis jedoch kaum Spielräume, weil der städtische Zuschuss bei 40 Millionen Euro pro Jahr gedeckelt sei. Alles andere müsste über die Tickets finanziert werden. Angesichts steigender Energie- und Personalkosten zahlt am Ende der Kunde dafür. Bis zum Jahr 2013 lagen die DVB dennoch fast immer unter den Preiserhöhungen bei Benzin. Nun drückt die Flaute auf den Ölfeldern diese Bilanz.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 02. September 2015

 

04.09.2015; 00:11 [53]

Neue Konstruktionen machen Busse leichter und pfiffiger

Klimaanlagen, Spezialfelgen und intelligente Steuerung sollen den Verkehrsbetrieben beim Sparen helfen.

Der Luftkompressor, der die Energie fürs Bremsen liefert, wird automatisch ausgeschaltet, wenn es bergauf geht, dank 117 Sensoren „Weiß“ der Bus genau, wann er steht und abfahren muss, dann wird die Energiezufuhr angepasst, bergab wird erzeugter Strom in den Elektromotor gespeist, und eine intelligente Klimaanlage kühlt oder heizt nach Bedarf. Der Bus der nahen Zukunft fährt bereits mit Diesel- und Elektromotor durch Dresden.

Demnächst bekommt er noch Karbon- Aluminium- Felgen. Nicht wegen der Optik, die sparen 200 bis 250 Kilo Gewicht. „Unsere Felgen wiegen maximal die Hälfte von Stahlfelgen“, so Jens Werner, Chef der ThyssenKrupp Cabon Components. Entwickelt und produziert werden die Felgen in Kesselsdorf, vor den Toren Dresdens. Für die Forschung der gesamten neuen Komponenten, die derzeitig und künftig getestet werden, ist die TU Dresden verantwortlich. Das Land fördert die Forschung mit 4,2 Millionen Euro. Die Verkehrsbetriebe (DVB) testen die Pilotlinie 64 derzeit. Das gesamte Projekt kostet 4,5 Millionen Euro und gehört zum „Schaufenster Elektromobilität“.

Das Ganze ist eine Kooperation mit Bayern. Von der Firma Spheros aus Gilching bei München kommen die Luft- Wärme- pumpen, also die Klimaanlagen für den Bus. Die Technologie stammt von Tiefkühllastern. Die Anlage fängt ab 24 Grad Celsius an zu kühlen, aber nur ein bis drei Grad unter der Außentemperatur. Damit besteht im Sommer weniger Gefahr, sich im Bus zu erkälten. Außerdem kann abschnittsweise gekühlt und geheizt werden, sodass kein leerer Bus klimatisiert werden muss.

Das hilft vor allem im Winter zu sparen. Denn der kleine Dieselmotor im Hybridbus ist nur dafür ausgelegt, die Batterien des Elektromotors aufzuladen. „Ein Hybridbus verbraucht bis zu siebenmal mehr Heizöl als ein herkömmlicher Dieselbus“, so DVB- Sprecher Falk Lösch. Die Zusatzheizung benötigt etwa zehn Liter auf 100 Kilometer. Die elektrische Luft- Wärmepumpe ersetzt den Bedarf nahezu komplett. Nur bei Frost wird noch zusätzlich Heizöl benötigt. Die Pumpe wird deutschlandweit bisher nur in Dresden eingesetzt.

Seit Ende 2014 testen die DVB den Bus vom Typ MB- Citaro G BlueTec Hybrid zwischen Kaditz und Reick. Noch bis zum Sommer 2016 wird weiter an den Sensoren getüftelt. Die Felgen aus Kesselsdorf sollen eine weitere Einsparung bringen, weil weniger Gewicht bewegt werden muss. Auch wenn 200 bis 250 Kilo weniger, bei 18 Tonnen Gesamtgewicht, nicht viel klingen, geht es auch bei Bussen um jedes Kilo. „Die Felgen sind aus einem speziellen Karbongeflecht“, so Werner. Sie seien zwar etwa 20 Prozent teurer als Stahlfelgen, aber sparen Energie und sind umweltfreundlicher, weil weniger Abgase produziert werden, wenn der Bus leichter ist.

Ab dem kommenden Jahr soll die Neuheit in Serienproduktion gehen. Dann werden in Kesselsdorf 30.000 Felgen im Jahr produziert. Werner plant später eine richtige Massenproduktion. Wie viele die DVB anschaffen und ob sich die neue Bus- Technik durchsetzt, zeigt sich dann.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 29./30. August 2015

 

31.08.2015; 19:24 [52]

Bestnoten für die DVB

Die Verkehrsforscher von TNS Infratest haben bundesweit Bus- und Bahn- Nutzer nach Ihrer Zufriedenheit befragt. Ergebnis: Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sind spitze, das ergaben 22.000 telefonische Interviews. Dabei ist die Zufriedenheit insgesamt gestiegen. Die Benotung erfolgte auf einer Skala von 1 „vollkommen zufrieden“, bis 5 für unzufrieden“.

Die DVB erreichten den Spitzenplatz bei der Globalzufriedenheit mit den Unternehmen, gemeinsam mit den Stadtwerken Münster Verkehr – Note 2,30. Allerdings belegten die DVB in 16 Kategorien Plätze unter den ersten drei, Münster „nur“ in 14. Beispielsweise wird das Linien- und Streckennetz der DVB mit Abstand am besten beurteilt (Note: 2,22). Ebenso gibt es hier die besten Fahrplan- Informationen. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), zu dem die DVB gehören, wurde bester Verbund.

Für Unzufriedenheit sorgen die Informationen bei Störungen und Verspätungen und das Preis- Leistungsverhältnis. Das betrifft die DVB wie fast alle Nahverkehrsunternehmen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 28. August 2015

 

30.08.2015; 15:21 [51]

Doch kein Sozialticket 2015

Wegen der Haushaltssperre wurde nun die Einführung des Tarifs für Bedürftige gestoppt.

Ab November sollten alle Dresden-Pass-Inhaber zum halben Preis Bus und Bahn fahren können. So hat es die Mehrheit aus Linken, Grünen und SPD beschlossen. Als Ersatz für die bisher geringere Ermäßigung für Bedürftige wurden 1,2 Millionen in den Haushalt eingeplant – rund 700.000 Euro mehr als bisher.

Doch nun durchkreuzt Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) diese Pläne. Er teilte den Fraktionen mit, dass wegen der Haushaltssperre nur noch Pflichtaufgaben und Bauvorhaben finanziert werden. Das Sozialticket gehöre nicht dazu. Dehalb werde es nicht zum 1. November eingeführt.

Das ärgert SPD-Stadtrat Vincent Drews: „Das Geld für das komplette Jahr ist im Haushalt eingeplant.“ Da die höhere Summe nur für November und Dezember anfiele, würden maximal 120.000 Euro in diesem Jahr benötigt. „Unser Ziel bleibt die Einführung zum November“, so Drews. Rot-Grün-Rot werde das intern besprechen und Druck machen, damit das Sozialticket wie geplant eingeführt wird.

Quelle. Sächsische Zeitung vom 29./ 30. August 2015

 

30.08.2015; 15:19 [50]

Langzeitvertrag zwischen Stadt und DVB

Der Stadtrat muss eine Grundsatzentscheidung treffen, wie es mit Bus und Bahn weitergeht.

1872 fuhr die erste Pferdestraßenbahn durch die Stadt und seit 1993 bringen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) jedes Jahr Millionen von Fahrgästen von A nach B. Daran soll sich so schnell auch nichts ändern. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hat eine Vorlage vorbereitet, Bus und Bahn für die kommenden 22,5 Jahre per Direktvergabe an die DVB zu geben. Für Fähren und Bergbahnen soll diese Regelung zehn Jahre bestehen.

Auch wenn der bisherige Vertrag noch bis November 2017 gilt, soll demnächst die Grundsatzentscheidung dazu gefällt werden. „Das ist wichtig für unsere Planung“, so DVB- Sprecherin Anja Ehrhardt. Zudem wäre es ein Bekenntnis zu den DVB. Im Juli hatte der Rat bereits das Busliniennetz beschlossen und auch für das Stadtbahnprogramm 2020 gibt es grundsätzlich Zustimmung. Auch deshalb gilt die langfristige Beauftragung der DVB eher als Formalie.

Für die Stadt sei es mit keinen zusätzlichen Kosten aus dem Etat verbunden. Denn die DVB werden seit 2006 ausschließlich von den Technischen Werken, also Drewag- Geldern, bezuschusst. Im vergangenen Jahr waren das knapp 39 Millionen Euro. Aber die DVB erwirtschaften auch rund 80 Prozent ihrer Kosten selbst, durch verkaufte Fahrkarten. In dem Jahr beförderten sie rund 155 Millionen Fahrgäste. Derzeit sind die DVB auf 213 Kilometern mit zwölf Straßenbahn- und auf 308 Kilometern mit 27 Buslinien unterwegs.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 25. August 2015

 

24.08.2015; 21:03 [49]

Restaurantzug im ehemaligem DVB-Hochhaus

Im Hochhaus an der Antonstraße können die Dresdner bald kulinarisch auf Reisen gehen – in Speisewaggons.

Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten – die fünf Sinne wollen Cüneyt Eker und Peter Tesche jetzt den Neustädtern schmackhaft machen. Sie bringen das Gastrokonzept @petit Station in den nächsten Wochen ins Szeneviertel. Das Restaurant im Hochhaus am Albertplatz wird alles andere als normal sein. Innen stehen drei nach amerikanischem Vorbild nachgebaute Eisenbahnwaggons. Gegessen wird in zwei Speisewagen, das Essen selbst wird in einem Küchenwagen zubereitet. Live vorm Gast, der den Köchen dabei genau auf die Finger schauen kann.

Dabei wollte der gebürtige Schwabe eigentlich nur den Gewürzladen von Alfons Schuhbeck in Dresden etablieren. Dann hatte sein Dresdner Nachbar Cüneyt Eker, der in der Prager Straße ein Geschäft für Ledermoden und Accessoires hat, die zündende Idee, in den Räumen noch das Restaurant einzurichten. Als Geschäftsführer der Firma AIP Innenprojekt mit Sitz in Limbach- Oberfrohna bei Chemnitz ist er auf die Inneneinrichtung von Hotels und Banken spezialisiert. In den letzten Jahren kam das Geschäft mit Kreuzfahrtschiffen wie der Disney Cruise Line, die der Walt Disney Company gehört, dazu. Dabei haben Tesche und seine Mitarbeiter unter anderem Luxus- Suiten, Lounges und Diskotheken auf Aida- und Karibikschiffen gebaut.

In Dresden wagen Tesche und Eker nun etwas ganz Neues, denn Erlebnisgastronomie ist hier noch ein jungfräuliches Geschäft. „Die Neustadt ist des Nachts als feierwütig bekannt. Wir wollen die Leute vorher abholen und dafür müssen wir sie über die Straße zu uns reinholen. So etwas wie After- Work- Partys sind in Dresden eher rar“, sagt Peter Tesche. In den nächsten Tagen werden deshalb wohl einige Dresdner ungläubig vor den Schaufenstern im Hochhaus am Albertplatz anhalten. Denn dann werden sie einen ersten Eindruck bekommen, wie das Restaurant von innen aussehen wird, wenn es Ende Oktober öffnet.

Die Aluminiumzüge sind Spezialanfertigungen, die Peter Tesches Firma entwirft und baut. „Wir haben uns für dieses Material entschieden, weil es das Licht schön reflektiert und den -Way of life- widerspiegelt den es bei uns zu erleben gibt“, sagt Cüneyt Eker. Je nach Jahreszeit und Erlebnisthemen sollen sich Beleuchtung und Animation im Laden ändern. Im Winter werden eher warme Farben, im Sommer eher kühle Töne eingesetzt, damit sich die Leute im Restaurant wohlfühlen.

Kulinarisch setzen Peter Tesche und Cüneyt Eker ebenfalls auf Außergewöhnliches. „Slow Food“ wollen sie anbieten. Entstanden ist die Bewegung im Piemont. Der Gründer Carlo Petrini definierte 2006 die Grundbegriffe der „Neuen Gastronomie“ als Maßstab: buono, pulito e giusto – gut, sauber und fair, als Gegenbewegung zu Fast- Food- Ketten. „Bei uns wird es ausschließlich regionale Produkte geben, frisch, nichts kommt aus Verpackungen oder aus der Tiefkühltruhe, gegart und gedämpft“, sagt Peter Tesche. Vor allem vegane und vegetarische Kost soll es geben. „Wir essen beide unheimlich gern. Das ist eines unserer Lieblingsthemen“, sagt Tesche. Dabei gibt es keine feste Menükarte, die Gerichte können sich die Gäste selbst zusammenstellen.

Mit ihrem Slow- Food- Konzept wollen die beiden Unternehmer zeigen, dass schnell zubereitetes Essen gesund und von guter Qualität sein kann. Wechselnd sollen andere Länder im Mittelpunkt stehen. Geht es beispielsweise um die französische Küche, gibt es die nicht nur auf dem Teller zu erleben, sondern auch im Speisewagen. „In den Fenstern wird dann eine Tour durch Paris animiert, man sieht den Eiffelturm oder die Champs- Elysées“, sagt Peter Tesche. Wenn das Konzept gut läuft, wollen beide weitere Filialen eröffnen, ein Franchise- Unternehmen ist geplant. „Erst einmal wollen wir in Dresden starten, dann gern sachsen- und deutschlandweit.“

Quelle: Sächsische Zeitung vom 21. August 2015

 

 

21.08.2015; 00:10 [48]

Einbau von Flüsterschienen in Striesen

Nach der Borsberg- und der Schandauer Straße wird nun am dritten Abschnitt der Ost- Magistrale gebaut.

Schon von Weitem ist das Piepsen und Quietschen der Bagger zu hören, sind die orange- weißen Absperrbaken zu sehen. Auf der Wehlener Straße gibt es für Autos zwischen Ludwig- Hartmann- und Ankerstraße kein Durchkommen mehr. Denn Anfang Juli hat sich der Abschnitt in eine Großbaustelle verwandelt. Nachdem das von Schlaglöchern übersäte Kopfsteinpflaster auf der Borsberg- und Schandauer Straße bereits verschwunden ist, wird nun der dritte Abschnitt saniert. Bis Mitte November packen Straßen- und Tiefbauamt, Stadtentwässerung, Drewag und die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) gemeinsam auf der Wehlener Straße an.

Für Letztere gibt es besonders viel zu tun. „Die Gleise sind bereits ausgebaut“, sagt Peter Neukirch. Der DVB- Bauchef ist nun mit der Wehlener Straße beschäftigt. Bei den Gleisarbeiten ist auch ein besonders hässliches Detail verschwunden. Denn am Gleisdreieck, an dem sich die Schienen von der Schandauer, der Ludwig- Hartmann- sowie der Wehlener Straße treffen, war bislang ein unschönes Provisorium eingebaut. „Das mussten wir tun, weil sich bei den neuen Schienen der Abstand verbreitert hat“, erklärt Neukirch. Ohne die Übergangslösung hätten die Bahnen dort nicht gleichzeitig in beide Richtungen fahren können. „Das Provisorium war aber für uns wegen des hohen Verschleißes unpraktisch“, so der Bereichsleiter. „Und für die Fahrgäste war es auch nicht angenehm, weil die Bahn jedes Mal einen Schlenker machen musste. Das ist direkt vor einer Haltestelle mitunter auch gefährlich.“ Jetzt geht es für die Verkehrsbetriebe erst einmal etwas ruhiger zu. Denn momentan sind vor allem Drewag, Stadtentwässerung, und die Deutsche Telekom dabei, die Leitungen und Kanäle zu erneuern. Schon in einem Monat werden dann aber die neuen Gleise verlegt. Dafür benutzen die DVB eine ganz besondere Technik . Statt Schotter werden die Schienen im Betonbett eingebaut. Das bringt unserer Erfahrung nach die besten Bedingungen für Schall und Erschütterung mit sich“, sagt Neukirch. Im Klartext: Für Anwohner und Fahrgäste wird es besonders leise, die Bahnen fahren sozusagen über Flüsterschienen. Die gleiche Technik haben die Verkehrsbetriebe bereits auf der Schandauer Straße benutzt. Und auch auf der Ludwig- Hartmann- Straße, auf der erst vor kurzem die Gleise erneuert und von einem auf zwei erweitert wurden, kam sie bereits zum Einsatz.

Der dortige Ausbau war auch für die jetzige Strecke notwendig. Denn die Fahrbahn wird derzeit als Umleitungsroute für die Bahnen genutzt. „Mit nur einem Gleis hätten wir dort Probleme bekommen.“ Neben der Schienenerneuerung haben die DVB auf der Wehlener Straße aber noch mehr zu tun. So werden auch die Haltestelle Ludwig- Hartmann- Straße sowie die zwei Stationen am Johannisfriedhof barrierefrei ausgebaut. Die Verkehrsbetriebe investieren dafür rund 2,6 Millionen Euro.

Insgesamt kostet das Projekt allerdings gut fünf Millionen Euro. Neben DVB packen auch Drewag, Telekom, Stadtentwässerung und die Stadt mit an. Sie erneuern alle Leitungen. Außerdem bekommt die Wehlener Straße eine glatte Asphaltdecke, auch die Fußwege werden saniert. Für Radfahrer gibt es gute Nachrichten: Beidseitig werden die Radwege gebaut. Für besseres Licht sollen neue, hellere Laternen sorgen. Anders als eine Bürgerinitiative behauptete, bleiben aber die historischen Gaskandelaber erhalten. Denn diese sind in Striesen geschützt. Bis Mitte November sollen alle Arbeiten bis zur Ankerstraße abgeschlossen sein. Solange müssen die Anwohner noch mit dem Baulärm leben. Und auch danach gibt es wohl keine Ruhe. Denn ab 2016 soll die Verlängerung ab der Ankerstraße ausgebaut werden.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 14. August 2015

 

15.08.2015; 02:38 [47]

Eine Woche keine Straßenbahn auf der Albertbrücke

Ab Montag wird das erste neue Gleis angeschlossen. Deshalb gibt es Umleitungen.

Fussballfans aufgepasst: Am Montag zum Freundschaftsspiel von Dynamo Dresden gegen Bayern München fährt die Linie 13 nicht direkt bis zum Stadion. Als die Dresdner Verkehrsbetriebe die Pläne zur Sanierung der Albertbrücke aufstellten, war der Spieltermin noch nicht bekannt, sagt DVB-Sprecher Falk Lösch. Er bittet deshalb die Besucher des Fußballspieles aus der Dresdner Neustadt, sich auch auf die über die Carolabrücke verkehrenden Linien 3,6 und 7 zu orientieren.

Bei der Sanierung der Albertbrücke war Ende Juli Halbzeit. Das erste Gleis ist nun fertiggestellt. Es muss aber an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden. Das soll eine Woche lang dauern. Die Arbeiten beginnen am Montag um 4 Uhr. Am 24. August sollen ab 3:30 Uhr die ersten Bahnen über das neue Gleis fahren können. Sie verkehren einspurig über die oberstromseitig gelegten neuen Schienen.. Die Arbeiter wechseln zum Weiterbau auf die Unterstromseite der Brücke. Dort wird das Interimsgleis abgebrochen und die Brückenseite für die Rekonstruktion vorbereitet.

Während der einwöchigen Sperrung erhält die Linie 6 eine geteilte Streckenführung. Im Westen fährt die 6 von Wölfnitz kommend über den Bf Neustadt, Albertplatz und Carolabrücke zur Prager Straße und weiter zur Gleisschleife Webergasse. Auf der östlichen Seite verkehrt die Linie 6 (als EV 6 von Niedersedlitz zur Heinrich-Schütz-Straße) von der Ludwig-Hartmann-Straße bis Güntzplatz/ Dürerstraße und fährt dann weiter als Linie 13 nach Prohlis, erklärt Lösch. Die Linie 13 fährt demzufolge von Prohlis kommend nur bis zum Güntzplatz und dann weiter als Linie 6 in Richtung Niedersedlitz (ab Heinrich-Schütz-Straße als EV6). Von Kaditz beziehungsweise Mickten wird zusätzlich eine Linie 43 angeboten. Sie fährt über Liststraße, Bischofsweg zur Görlitzer Straße und wendet dort.

Trotz Brückensperrung gibt es einen Ersatzverkehr für die Linie 6 und 13. Der fährt ab Dürerstraße über St.-Benno-Gymnasium zur Synagoge und über Sachsenallee zurück zur Dürerstraße. Aus Richtung Osten erreichen Fahrgäste so die Linien, die über die Carolabrücke fahren. Darunter die umgeleitete Linie 6. „In der Gegenrichtung empfiehlt sich die Mitfahrt bis Synagoge oder Pirnaischer Platz“, rät Lösch.

Im Sommer nächsten Jahres soll die Erneuerung der Brücke abgeschlossen sein. Die Kosten betragen rund 22 Millionen Euro. Im September wird der Brückenteil für Radler freigegeben, im November für Autos in eine Richtung.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 14. August 2015

 

03.08.2015; 13:54 [46]

40 neue Busse für die DVB

Erstmals seit fünf Jahren können die Dresdner Verkehrsbetriebe wieder neue Omnibusse kaufen. Bei der europaweiten Ausschreibung der Fahrzeuge haben sich die Hersteller MAN und Mercedes- Benz durchgesetzt und liefern jeweils 20 dieselgetriebene Niederflur- Gelenkomnibusse.

Von MAN kommen 18,75 Meter lange Fahrzeuge des Typs Lion´s City GL, von Mercedes- Benz 18,12 Meter lange Fahrzeuge des Typs Citaro C2. Die Busse haben vier Türen und im Innenraum zwei Sonderflächen für Rollstühle und Kinderwagen. Die Fahrzeuge erfüllen das Umweltsiegel „Blauer Engel“. Die Dieselmotoren entsprechen dem höchstmöglichen Umweltstandard Euro 6. Die Auslieferung ist für Ende des Jahres geplant.

Die DVB investieren in die Beschaffung der Busse und der dazugehörigen Informationstechnik rund 13 Millionen Euro, darunter 3,6 Millionen Euro Fördermittel des Freistaates Sachsen. Diese Förderung kann die DVB in Anspruch nehmen, weil ihr durchschnittliches Bus- Flottenalter nunmehr die festgelegte Grenze von acht Jahren überschritten hat.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 31. Juli 2015

 

03.08.2015; 13:52 [45]

Fahrgäste unzufrieden mit Buslinie 74

Fahrgäste klagen über Taktzeiten und die schlechte Anbindung in die Neustadt. Dabei gebe es dafür eine ganz einfache Lösung.

Schnell und unkompliziert den Bus ins Zentrum nehmen, das bleibt für die Anwohner am Jägerpark weiter ein unerfüllter Wunsch. Der Frust und die Enttäuschung über die schlechte Anbindung sind noch immer groß, seit die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) vor zwei Jahren mit Eröffnung der Waldschlößchenbrücke die Linie 74 in Betrieb nahmen. Diese fährt vom Jägerpark/Mathias- Oeder- Straße in einer Schleife zur Marienallee. Dort wenden die Busse und fahren über die Arno- Holz- und Stauffenbergallee wieder zurück zum Jägerpark. Damit ist die 74 nur ein Zubringer für die 64, die zwischen Reick und Kaditz pendelt, die Neustadt mit dem Uniklinikum und dem Großen Garten verbindet.

Wir leben sehr gern hier. Aber wegen der schlechten Busanbindung überlegen wir uns jeden Weg genau“, sagt Rosana Seifert. Die dreifache Mutter hat kein Auto und ist auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Wenn sie sich mit ihren Freunden auf dem Spielplatz vor ihrem Wohnblock am Jägerpark trifft, gibt es deshalb nur ein Thema: die Linie 74. „Würde der Bus öfter fahren, wäre das eine Erleichterung“, sagt die 34- Jährige. Bisher kommen die Busse in der Woche alle 20 bis 30 Minuten, die erste Fahrt startet an Wochentagen 5.26 Uhr, die letzte um 20.22 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen ist die Situation noch schlechter, der Bus kommt erst 11.52 Uhr. „Unvorhergesehenes darf dann nicht passieren“, sagt Romy Berger, die ebenfalls am Jägerpark wohnt und mit Rosana Seifert befreundet ist. Als sich ihr vierjähriger Sohn vor Kurzem den Ellenbogen beim Spielen brach, geschah das außerhalb der Fahrzeiten. „Wir mussten erst jemanden finden, der uns ins Krankenhaus fährt. Sonst hätten wir erst eineinhalb Kilometer zum Waldschlößchen laufen müssen, um in die 64 einzusteigen. Mit einem weinenden Kind, das Schmerzen hat, ist das schwer zu bewerkstelligen.“

Unterstützung haben die Anwohner der Radeberger Vorstadt zuletzt vom Neustädter Ortsbeirat erhalten. Der setzt sich vehement für eine bessere Anbindung des Jägerparks an den öffentlichen Nahverkehr ein. „Die Forderung nach einer öffentlichen attraktiveren Verkehrsanbindung des Jägerparks an die Neustadt wird seit Ende der 90er- Jahre diskutiert“, sagt Tina Siebeneicher (Grüne). „Doch noch immer muss man mehrfach umsteigen oder einen längeren Fußweg zurücklegen, um zur nächsten Haltestelle am Waldschlößchen oder der Fischhausstraße zu kommen.“ Die Ortsbeiräte erwarten nun, dass die Stadt mit der DVB zügig für eine bessere Anbindung des Jägerparks sorgt.

Unterdessen sind das nicht die einzigen Probleme der Anwohner. Der Fußweg zur Haltestelle Mathias- Oeder- Straße ist schlecht beleuchtet und in einem miserablen Zustand. Gerade für Schulkinder ist das gefährlich. „Ich arbeite in Schichten. Wenn ich nachts nach Hause komme, ist es hier zappenduster“, sagt Heiko Burckhardt. Die Stadt bestätigt den schlechten Zustand, will den aber bald beheben. „Die Planung für den Ausbau ist fast abgeschlossen, die Finanzierung gesichert. Noch sind aber eigentumsrechtliche Fragen zu klären“, sagt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU).

Dennoch halten die Anwohner an ihrem Wunsch fest, die Linie 74 besser an den übrigen öffentlichen Verkehr anzubinden. „Man könnte die Linie 74 bis zur Stauffenbergallee verlängern. Damit würde die DVB gleichzeitig eine Anbindung zur Polizei schaffen“, sagt Heiko Burckhardt. Er lebt ebenfalls im Wohngebiet am Ende der Straße Am Jägerpark. Würde die Linie verlängert, müssten die Busse zudem nicht mehr in der Marienallee halten. Dafür hatte die Stadt extra ein einseitiges Parkverbot eingerichtet. Von Vorteil wäre das nicht nur für die dort ansässige Walddorfschule. Auch die Anwohner des Preußischen Viertels könnten davon profitieren, der Schleichverkehr im Wohngebiet eingedämmt werden.

Auf Dauer möchte das auch die Stadt. „Eine Weiterführung der Buslinie 74 zur Stauffenbergallee- West ist vorgesehen, wenn dieser Abschnitt der Stauffenbergallee saniert ist“, so Marx. Denn bisher können die DVB mit ihren Bussen dort nicht langfahren. „Wir würden unsere Fahrzeuge beschädigen. Das geht erst, wenn dieser Teil ausgebaut ist“, sagt Falk Lösch, Sprecher der DVB. Das langfristige Ziel der Verkehrsbetriebe sei es, die Linie 74 mit der heutigen 76 zu verknüpfen. Damit wäre die Verbindung zur Königsbrücker Straße, zur Polizei, zur JVA und zum Haltepunkt Pieschen hergestellt. Das würde neue Fahrgäste anlocken, was die Sache wirtschaftlich interessant darstellt.“

Mit durchschnittlich 900 Fahrgästen werktags, 429 sonnabends und 240 sonntags gehört die Linie 74 bisher jedoch nicht zu den nachfragestärksten Linien. Deshalb sieht Lösch nur wenige Chancen für Wegänderungen oder Taktverdichtungen. „Man könnte zusätzliche Busse einsetzen, Einsatzzeiten verlängern oder den Takt verdichten. Aber je weniger Leute mitfahren, desto mehr müssen die zusätzlichen Kosten kompensiert werden“, so Lösch. „Die Mittel der Stadt sind diesbezüglich begrenzt. Deshalb bestellt sie mit dem vorhandenen Geld lieber Fahrten, bei denen die Nachfrage deutlich größer ist.“

Ganz hoffnungslos ist die Situation aber nicht. „Falls die Nachfrage im Jägerpark groß genug sein sollte, werden wir über ein Anruflinientaxi zu bestimmten Zeiten nachdenken. Aber dafür gibt es bisher keinen ausreichenden Bedarf. Uns sind lediglich Einzelwünsche bekannt“, so Lösch.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 30. Juli 2015

 

30.07.2015; 01:01 [44]

Neuer Versuch für Busbahnhof am Hauptbahnhof


Die Bahn befindet sich in etwa in der Höhe der neu einzurichtenden Haltestelle. Beim genauen Hinsehen erahnt man die Steine der Bahnsteigkanten. (Foto: stena/ NVDD)

Der Spreewald fehlte noch im Fahrplan, Aber auch dafür hat sich ein Fernbusunternehmen gefunden: Lübbenau und der Freizeitpark Tropical Island werden ab sofort täglich angefahren. Rund 800 Busse fahren derzeit wöchentlich in der Bayrischen Straße ab. Zu viele, denn zu Stoßzeiten ist die Zentralhaltestelle am Dresdner Hauptbahnhof völlig verstopft. Links und rechts parken Busse, in zweiter Reihe halten Laster und beliefern die Bahnhofsgeschäfte mit Waren, dazwischen fädeln sich Autos durch, und in all dem Chaos versuchen Fahrgäste noch die Straße zu überqueren. Weil das Fernlinienangebot von Monat zu Monat wächst, wagt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) jetzt einen neuen Anlauf für einen zentralen Omnibusbahnhof (ZOB).

Der Standort: ZOB soll im Zentrum gebaut werden.

Zwischen dem Wiener Platz und der Brückenauffahrt Budapester Straße gibt es eine rund 10.000 Quadratmeter große Brachfläche. Diese hat die Stadt bereits vor Jahren gekauft, um dort irgendwann einmal einen Busbahnhof zu bauen. Das Areal favorisiert sie weiterhin. Denn Züge, Busse und Straßenbahnen sind schnell zu Fuß erreichbar. Außerdem gibt es Pläne, den Königspavillon zu öffnen, damit die Busfahrgäste schneller aus und in den Hauptbahnhof gelangen. An der Zufahrt plant der Baubürgermeister Schranken – die Busfahrer müssten für die Nutzung bezahlen.

Die Vorteile: Größere Sicherheit für die Busreisenden.

Zwar konnte der Bus-Auflauf in der Bayrischen Straße zum Anfang des Jahres etwas entzerrt werden, indem zu den bestehenden Haltestellen vier neue dazugekommen sind. „Trotzdem ist es dort immer noch unübersichtlich“, so Marx. Rund 30 Unfälle hat es seit 2013 auf dieser Straße gegeben, auch zwischen Fernbussen und Fußgängern. Egal ob die Fahrgäste mit Zug, Stadtbus oder Straßenbahn anreisen – Straßen müssten sie zum neuen Busbahnhof nicht mehr überqueren. Die Gefahr, auf dem Weg zum Bus angefahren zu werden, wäre beseitigt.

Neben mehr Sicherheit sieht der Baubürgermeister einen weiteren Vorteil, und zwar die unmittelbare Nähe zum Hauptbahnhof. Dort könnten sich die Reisenden wie bisher mit Fahrkarten, Snacks und Getränken versorgen. Eine Überdachung des Geländes hält Marx für wünschenswert, damit die Fahrgäste nicht im Regen stehen müssten.

Die Befürworter: Breite Zustimmung zum ZOB gilt als sicher.

Viele Stadträte stehen hinter dem Projekt. „Die Fläche halte ich für sehr geeignet“, sagt Gunter Thiele, der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Die Haltestelle an der Bayrischen Straße würden auf lange Zeit gesehen nicht genügen. Genauso sieht es die Linken-Stadträtin Kristin Kaufmann. „Ich halte nichts davon, einen Busbahnhof am Stadtrand zu bauen, sodass Reisende dann noch einmal eine halbe Stunde brauchen , um ins Zentrum zu gelangen“, sagt sie. Eine Lösung für die wachsende Zahl an Fernbussen in der Stadt sei dringend nötig. Das Projekt müsse weiter vorangetrieben werden, auch wenn Baubürgermeister Marx im Herbst aus dem Amt scheidet. Einen Impuls erhofft sich Parteikollege Tilo Wirtz vom neuen, grünen Baubürgermeister.

Die SPD hatte sich bereits im vergangenen Jahr für den ZOB am Wiener Platz ausgesprochen. Grünen-Fraktionschefin Christiane Filius-Jehne befürwortet zumindest eine zentrale Haltestelle im Zentrum. Alles Weitere sei abhängig vom konkreten Plan, den Marx hat. Diesen will der Baubürgermeister nach der Sommerpause zunächst den Ortsbeiräten Plauen und Altstadt präsentieren.

Zu den Befürwortern gehört auch Deutschlands größtes Fernbusunternehmen „Meinfernbus“. „Wir finden das gut“, sagt Sprecherin Marie Gloystein. Und Parkgebühren seinen in Städten wie Berlin oder Hamburg üblich, damit Busbahnhöfe betrieben werden können. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) stehen dem Projekt offen gegenüber. „Für uns ist wichtig, dass unsere Straßenbahnen nicht behindert werden“, sagt Sprecher Winfried Oelmann. Die Schienen verlaufen parallel direkt hinter dem Gelände des geplanten ZOB.

Die Gegner: Bayrische Straße statt Omnibusbahnhof am Wiener Platz

Die FDP protestierte schon letztes Jahr. Fraktionschef Holger Zastrow sprach von einem Prestigeprojekt und einem überdimensionierten Busbahnhof. Dass seine Fraktion aus FDP und Freien Bürgern, geschlossen gegen den ZOB am Wiener Platz stimmt, ist aber fraglich. Franz-Josef Fischer, Freier Bürger und Mitglied im Bauausschuss, will sich die Entscheidung offen halten, sagte er gestern.

Das Problem: Noch kein Plan woher das Geld kommen soll.

Übernehmen soll den Busbahnhof die städtische Baugesellschaft Stesad. „Grundsätzlich besteht seitens des Unternehmens großes Interesse an der weiteren Planung, Errichtung und Betreibung des zukünftigen ZOB“, schreibt Marx in einem Bericht an die Stadträte. Woher das Geld kommen soll, ist jedoch völlig unklar. Fest steht: Seit Marx' Amtsantritt ist in keinem Haushalt Geld für den Bau des ZOB eingeplant worden. Rund 4,5 Millionen Euro soll dieser kosten – mit Dach. Dabei sind schon mindestens drei Millionen Euro in den Grundstückskauf und die bisherigen Planungen geflossen. Im vergangenen Jahr hat der Baubürgermeister eine abgespeckte Variante vorgeschlagen: Sieben Haltestellen, kein Dach und 700.000 Euro Kosten. Weiter gebaut könnte dann, wenn mehr Geld da ist, hieß es. Die neue Vorlage beinhaltet Vorschläge zur stufenweisen Errichtung eines Fernbusterminals, sagt Marx.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 29. Juli 2015

 

Anmerkung stena:

Die DVB hat bereits Vorarbeiten vor einigen Jahren in Höhe des geplanten ZOB ausgeführt. Von der Haltestelle „Budapester Straße“ kommend sieht man kurz bevor man in die Fußgängerzone vor dem Hauptbahnhof fährt bereits Steine direkt neben dem Gleis die an eine Bahnsteigkante erinnern. An dieser Stelle könnte eine neue Haltestelle direkt neben dem Busbahnhof eingerichtet werden.

 


Nahverkehrs - News (Teil 1)


 





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